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Regelung zur Nutzung von Drohnen

Nutzung von Drohnen im öffentlichen Raum

5.05.2017

Ssssuuummm... ich sehe nichts, aber ich höre was...

Was surrt denn da? Eine Biene? Ein kleines Flugzeug? Ein Blick in den Himmel bringt Aufklärung: Eine Drohne!

Ferngesteuert von einem Hobbypiloten, dessen Standort man nicht ohne weiteres erkennen kann, gleitet das Flugobjekt hoch durch die Luft. Was macht die Drohne da? Darf sie das denn eigentlich? Welche Regeln gelten für Drohnen? Was müssen die Piloten beachten?

Seit dem 7. April 2017 gilt in Deutschland die Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten kurz Drohnenverordnung (DrohnenVO), deren Inhalt einige Regeln für die Nutzung von Drohnen im öffentlichen Raum vorgibt. Formell handelt es sich um Änderungen der Luft-Verkehrs- und der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung. 

Eines vorweg: So ganz im rechtsfreien Raum flogen die Drohnen auch davor nicht. Jetzt jedoch müssen ganz genau beschriebene Vorgaben zu folgenden Punkten erfüllt werden. Diese Regeln gelten für Drohnen ab einem Gewicht von über 0,25 kg. Bis zu diesem Gewicht dürfen Drohnen weitestgehend regelfrei fliegen (siehe Überflug von Wohngrundstücken).

Kennzeichnungspflicht:

Mittels einer Plakette sind alle Drohnen ab einem Gewicht von 0,25 kg Startgewicht zu kennzeichnen. Anzugeben sind der Name sowie die Adresse des Eigentümers. Sinn dieser Regelung ist die möglichst schnelle Ermittlung des Halters in einem Schadensfall. Um einen ausreichenden Zeitraum zur Umsetzung für die Halter zu gewährleisten, gilt diese Regelung erst ab dem 1. Oktober 2017. Idealerweise sind die Plaketten feuerfest, z.B. aus Aluminium, in das die Daten eingraviert sind.

Kenntnisnachweis

Ab 2 kg Drohnengewicht ist ein Kenntnisnachweis zu erbringen. Dabei geht es weniger um eine Flugprüfung als mehr um eine theoretische Einweisung. Derzeit fehlt es noch an Stellen, die einen solchen Kenntnisnachweis überhaupt abnehmen können. Eine Pilotenlizenz ersetzt den Kenntnisnachweis. Ab 14 Jahren kann man eine Einweisung in einem Luftsportverein erhalten. Nach fünf Jahren ist der Nachweis zu erneuern.

Erlaubnisfreiheit und Erlaubnispflicht

Entscheidend ist das Gewicht der Drohne: Bis zu einem Gewicht von 5 kg braucht man keine Erlaubnis. Über einem Gewicht von 5 kg ist eine Erlaubnis erforderlich. Ausgestellt werden diese von den Landesluftfahrtbehörden. Sie gelten auch nur in dem Bundesland, in dem sie ausgestellt wurden, und für zwei Jahre.

Betriebsverbot/ Tabuzonen

Ein Drohnenflug setzt zunächst einmal voraus, dass der Pilot die Drohne mit eigenen Augen sehen kann. Wenn eine weitere Person mit Sichtkontakt zur Drohne den Piloten auf Gefahren hinweist, darf der Pilot eine Videobrille benutzen.

Ohne Ausnahmegenehmigung dürfen Drohnen nicht höher als 100 m fliegen - es sei denn, auf einem dafür vorgesehenen Fluggelände unter Beachtung der entsprechenden Regeln. In der Nähe von Polizei- und Rettungseinsätzen gilt ein Flugverbot. Gleiches gilt für Justizvollzugsanstalten, über Menschenansammlungen und bestimmten Behörden sowie über Naturschutzgebieten und Industrieanlagen. Auch in Kontrollzonen von Flugplätzen dürfen Drohnen nicht aufsteigen.

Wichtig für die Vermeidung unliebsamer Aufnahmen auf dem Wohngrundstück: Drohnen mit einem Gewicht von mehr als 0,25 kg oder Drohnen, die Geräte zur Ton- und Bildaufzeichnung transportieren können, dürfen nicht über Wohngrundstücke fliegen, es sei denn der Grundstückseigentümer stimmt zu.

Übrigens:

Wer eine Drohne in Betrieb nimmt, sollte sich vorab bei seiner privaten Haftpflichtversicherung erkundigen, ob die Police Schäden aus dem Drohnenbetrieb umfasst. Falls nicht,  darf die Drohne nicht starten.  Es gilt wie beim  Betrieb eines Autos eine   Pflichtversicherung für den Halter,  §§ 33 ff. LuftVG. Insoweit hat sich die Rechtslage allerdings auch nicht geändert.

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