Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Arbeitsrecht

Diskriminierung durch Stellenanzeige "Frauen an die Macht"?

29.03.2016

Eine Stellenanzeige mit der Überschrift „Frauen an die Macht" stellt keine Diskriminierung männlicher Bewerber dar, wenn der Arbeitgeber damit das Ziel verfolgt, seinen Kunden Verkäufer beider Geschlechter zur Verfügung zu stellen. Dies entschied das Arbeitsgericht Köln.
ArbG Köln, Az. 9 Ca 4843/15

Hintergrundinformation:

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz soll jede Diskriminierung von Menschen verhindern, sei es aus Gründen der Rasse oder wegen ihrer ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. Insbesondere im Arbeitsrecht ist daher eine Ungleichbehandlung aus diesen Gründen unzulässig und kann zu Schadenersatzansprüchen gegen den Arbeitgeber führen. Es gibt jedoch immer wieder auch Ausnahmen, in denen eine Ungleichbehandlung statthaft sein kann.

Der Fall:

Ein Autohaus hatte eine Stellenanzeige aufgegeben, die lautete: „Frauen an die Macht!! Zur weiteren Verstärkung unseres Verkaufsteams suchen wir eine selbstbewusste, engagierte und erfolgshungrige Verkäuferin”. Eingestellt wurde schließlich auch eine Verkäuferin. Ein Mann, der sich ebenfalls beworben hatte, empfand dies als geschlechterbedingte Diskriminierung und klagte auf eine Entschädigung gemäß § 15 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes.

Das Urteil:

Das Gericht sah hier zwar eine mögliche Benachteiligung wegen des Geschlechtes. Trotzdem wies es die Klage ab. Denn das Autohaus habe hier lediglich versucht, den Kunden auch weibliches Verkaufspersonal zur Verfügung zu stellen – bisher gab es dort nur männliche Verkäufer. Der Anteil weiblicher Kunden liege bei 25 bis 30 Prozent. Kundinnen hatten bereits mehrfach nach weiblicher Verkaufsberatung gefragt. Eine Ungleichbehandlung sei hier ausnahmsweise zulässig, da der Arbeitgeber nur eine ausgewogenere Geschlechterverteilung unter dem Verkaufspersonal habe herstellen wollen. Der männliche Bewerber hatte deshalb keinen Anspruch auf eine Entschädigung

Arbeitsgericht Köln, Urteil vom 10.02.2016, Az. 9 Ca 4843/15

Permalink

Ähnliche Beiträge:

Laubbläser

Laubbläser erschreckt Autofahrer: Wer haftet bei Unfall

9.10.2018

Aktuelle Urteile

Wer im Herbst mit einem Laubbläser arbeitet, muss Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um andere nicht zu schädigen. Nach einem Autounfall kann der Geschädigte allerdings nur dann Schadenersatz verlangen, wenn er nachweist, dass tatsächlich die Arbeit mit dem Laubbläser den Unfall verursacht hat. Dies hat das Landgericht Nürnberg-Fürth entschieden.

Bewerbungsgespräch

Bewerbungsunterlagen und Datenschutz

8.10.2018

Rechtsfrage des Tages

Sicherlich sind Sie froh, wenn Sie auf Ihre Stellenanzeige den passenden Mitarbeiter gefunden haben. Wie gehen Sie aber mit der Flut der aussortierten Bewerbungsunterlagen um? Hier erfahren Sie, was Sie datenschutzrechtlich beachten müssen.

Frau im Dirndl

Mit dem Dirndl ins Büro

27.09.2018

Rechtsfrage des Tages

Die Oktoberfestzeit ist in vielen Bereichen in ganz Deutschland zu erleben. Aber dürfen Sie nach Lust und Laune mit Dirndl und Lederhose ins Büro gehen? Hier erfahren Sie mehr.

D.A.S. Leistungsservice

D.A.S. Leistungsservice

Immer eine gute Idee, wenn Sie in Sachen Recht nicht weiterwissen: Rufen Sie an! Der D.A.S. Leistungsservice steht Ihnen als Rechtsschutz-Kunden gern unter der gebührenfreien Direktwahl 0800 3273271 zur Verfügung!

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei