Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Haustiere Hund klein

Hund im Sommer im Auto gelassen

29.05.2018

Wer seinen Hund bei sommerlichen Temperaturen im Auto zurücklässt, riskiert eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und ein dreistelliges Bußgeld. Denn Autos heizen sich sehr schnell auf, dadurch gerät der Hund in Lebensgefahr. Dies entschied das Amtsgericht München.
AG München, Az. 1115 OWi 236 Js 193231/17

Hintergrundinformation:

Hunde sind viel hitzeempfindlicher als Menschen, da sie nur wenige Schweißdrüsen an den Pfoten haben und nur über das Hecheln für einen geringen Temperaturausgleich sorgen können. Vielen Hundehaltern ist dies nicht bewusst, wenn sie ihre Tiere im Sommer im Auto warten lassen. Aber ein Auto heizt sich sehr schnell auf: Bei 24 Grad Außentemperatur und Sonnenschein kann es nach zehn Minuten bereits 31 Grad Innentemperatur haben, nach 30 Minuten 40 Grad. Für den Hund ist das lebensgefährlich.

Der Fall:

Eine Frau hatte an einem warmen Septembertag ihren Hund gegen 11 Uhr vormittags im Auto gelassen. Ein Fenster war ein paar Zentimeter geöffnet, Wasser stand dem Tier nicht zur Verfügung. Eine Zeugin stellte fest, dass der Hund Schaum vorm Maul hatte, stark hechelte und ihm Eiter aus den Augen lief. Daraufhin rief sie die Polizei. Die Beamten öffneten das Auto, nahmen den Hund mit und hinterließen einen Zettel hinter dem Scheibenwischer. Erst um 16 Uhr erschien die Hundehalterin auf dem Polizeirevier. Die Außentemperatur lag inzwischen bei 25 Grad im Schatten. Die Polizei zeigte die Frau wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz an.

Das Urteil:

Das Amtsgericht München verurteilte die Hundehalterin zu einem Bußgeld von 200 Euro wegen einer Ordnungswidrigkeit nach § 18 Abs. 1 des Tierschutzgesetzes. Ein Amtstierarzt bestätigte, dass das Hyperventilieren des Hundes und der Schaum am Maul auf einen Hitzestau im Auto schließen lassen. Ohne Wasserzufuhr sei dies für den Hund lebensgefährlich. Nach Ansicht des Richters hätte die Halterin diese Gefahr kennen müssen, da die Presse regelmäßig darüber berichte. Die Halterin habe die Möglichkeit gehabt, die Leiden des Hundes durch Bereitstellen einer Wasserschale und Öffnen weiterer Fenster zu lindern. Das Gericht hielt der Halterin allerdings zugute, dass sie nur fahrlässig gehandelt habe und dass keine Wiederholungsgefahr zu befürchten sei – sie hatte den Hund nicht zurückverlangt. Er befand sich nun im Tierheim. Daher fand das Gericht 200 Euro Bußgeld ausreichend.

Amtsgericht München, Urteil vom 29. November 2017, Az. 1115 OWi 236 Js 193231/17

Permalink

Tags: Tiere

Ähnliche Beiträge:

Katze auf Terrasse

Katzenbesuch um Garten

28.08.2018

Rechtsfrage des Tages

Katzen gehören zu den beliebtesten Haustieren. Aber nicht jeder freut sich über einen fremden Freigänger in seinem Garten. Ob Sie rechtlich etwas gegen die Vierbeiner unternehmen können, erfahren Sie hier.

Kaninchen frisst Salat

Hasenjagd im Nachbargarten

10.08.2018

Rechtsfrage des Tages

Oh Schreck, der Hase ist weg! Hier erfahren Sie, ob Sie Ihr ausgebüxtes Haustier in den Nachbargarten verfolgen dürfen.

Hund sieht aus Autofenster

Hunderettung aus dem Auto

7.08.2018

Rechtsfrage des Tages

Autos als Hundekäfig werden im Sommer zur tödlichen Falle. Entdecken Sie ein eingeschlossenes Tier, dürfen Sie es befreien. Hier erfahren Sie, was Sie beachten sollten.

D.A.S. Leistungsservice

D.A.S. Leistungsservice

Immer eine gute Idee, wenn Sie in Sachen Recht nicht weiterwissen: Rufen Sie an! Der D.A.S. Leistungsservice steht Ihnen als Rechtsschutz-Kunden gern unter der gebührenfreien Direktwahl 0800 3273271 zur Verfügung!

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei