Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie hier weitersurfen, erklären Sie sich damit einverstanden. > mehr erfahren
Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Glückliche junge Familie

Gesetzliche Unfallversicherung: Kein Versicherungsschutz für Kind bei Betreuung durch Großmutter

7.08.2018

In vielen Familien passen regelmäßig auch Verwandte wie zum Beispiel die Großeltern auf die Kinder auf. Erleidet ein Kind während dieser Betreuung einen Unfall, zahlt die gesetzliche Unfallversicherung nicht. Gesetzlich unfallversichert sind Kinder nur bei einer staatlich organisierten oder vermittelten Betreuung. Dies hat das Bundessozialgericht entschieden.
Bundessozialgericht, Az. B 2 U 2/17 R

Hintergrundinformation:

Die Großeltern spielen in vielen Familien eine wichtige Rolle bei der Betreuung von Kindern. Haben die Eltern keine Zeit, etwa weil sie arbeiten müssen, kümmern sich oft Oma und Opa um den Nachwuchs. Doch wie sieht es mit dem Unfallschutz aus, wenn sich ein Kind in der Obhut der Großeltern verletzt? Passiert ein Unfall während der Tagespflege in einer staatlich anerkannten Kindertagesstätte, sind Kinder durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Genauso ist es laut Gesetz bei der Betreuung durch „geeignete Tagespflegepersonen”. Gelten auch die Großeltern als „geeignet?”

Der Fall:

Eine Großmutter hatte regelmäßig ihre beiden Enkelkinder, einen Jungen und ein Mädchen, betreut. Die Kinder blieben oft tagsüber bei ihr und übernachteten manchmal auch dort. Eines Tages stürzte der einjährige Junge in den Swimmingpool auf dem Grundstück der Großmutter. Nach seiner Rettung blieben durch den Sauerstoffmangel Hirnschäden zurück, die unter anderem zu einer Epilepsie führten. Der Junge ist damit auf Dauer schwerbehindert. Die Großmutter versuchte nun durchzusetzen, dass die gesetzliche Unfallversicherung den Unfall als Versicherungsfall anerkennt und entsprechend zahlt. Sie war der Ansicht, dass sie selbst auch als „geeignete Tagespflegeperson” anzusehen sei. Daher müssten die Kinder während ihrer Betreuung gesetzlich unfallversichert sein.

Das Urteil:

Das Bundessozialgericht war anderer Ansicht. Das Gericht erläuterte, dass eine rein private Betreuung ohne staatliche Beteiligung nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung falle. Unter „geeignete Tagespflegepersonen” seien nur Personen zu verstehen, die beim Jugendamt registriert seien, die eine entsprechende Eignung nachgewiesen hätten und die das Jugendamt vermittelt habe. Hier musste die gesetzliche Unfallversicherung daher keine Leistungen für das verletzte Kind erbringen.

Bundessozialgericht, Urteil vom 19. Juni 2018, Az. B 2 U 2/17 R

Permalink

Tags: Kinder Eltern

Ähnliche Beiträge:

Jugendliche im Internet

Jugendschutz

8.03.2019

Junge Internetnutzer

Viele Inhalte im Internet können einen schlechten Einfluss auf die Entwicklung Ihres Kindes haben. Gewalt, Pornografie oder Brutalität können Kinder nachhaltig verstören. Wichtig ist daher der Jugendschutz.

Schweigepflicht

Schweigepflicht bei Minderjährigen

7.02.2019

Behandlung von Kindern

Unterliegt der Arzt auch gegenüber den Eltern eines Minderjährigen der Schweigepflicht? Mehr zum Thema erfahren Sie hier.

Behandlung von Kindern

Grundsätzliches

7.02.2019

Behandlung von Kindern

Haben Sie sich schon einmal Gedanken über den Behandlungsvertrag des Arztes gemacht, wenn Sie mit Ihrem Kind beim Kinderarzt waren? Wir erläutern Ihnen, worauf es ankommt.

 

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei