Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Fußallspiel

Schmerzensgeld nach Foul beim Fußball

8.11.2016

Grundsätzlich kann ein bei einem Foul verletzter Fußballspieler von seinem Kontrahenten Schadenersatz und Schmerzensgeld verlangen. Voraussetzung ist jedoch, dass der Verletzte dem anderen einen vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Verstoß gegen die Spielregeln nachweisen kann. Dies entschied das Landgericht Coburg.
LG Coburg, Az. 23 O 58/15

Hintergrundinformation:

Auch der Fußballplatz ist kein rechtsfreier Raum. Allerdings gilt Fußball als eine kampforientierte Sportart, bei der Verletzungen durchaus üblich sind. Deshalb gehen die Gerichte davon aus, dass die Spieler durch ihre Teilnahme stillschweigend in einen Haftungsverzicht einwilligen. Dieser hat jedoch Grenzen. Und die sind schnell erreicht, wenn es zu Verletzungen im Rahmen schwerwiegender Regelverstöße kommt.

Der Fall:

Ein Spieler verletzte den Torwart der gegnerischen Mannschaft. Der genaue Hergang war nicht mehr zu klären. Der Torwart gab an, sich auf den Ball geworfen zu haben. Er habe den Ball dann mit beiden Armen sicher vor der Brust gehalten und mit dem Oberkörper darauf gelegen. Der gegnerische Stürmer habe ihm daraufhin aus Frust gegen den Kopf getreten. Dieser behauptete, der Torhüter habe den Ball noch nicht in der Hand gehalten, als er nach dem Ball getreten habe, um diesen zu spielen. Der Schiedsrichter hatte nichts weiter unternommen. Ergebnis war ein doppelter Kieferbruch des Torwarts, der operiert werden musste. Dieser verlangte Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Das Urteil:

Das Landgericht Coburg betonte, dass verletzte Fußballspieler keine Ansprüche geltend machen könnten, wenn die Gegenseite fair und nach den Regeln gespielt habe. Auch bei Verletzungen durch geringfügige Regelverstöße gebe es keinen Schadenersatz. Voraussetzung für einen Anspruch sei, dass der andere Spieler vorsätzlich oder grob fahrlässig die Spielregeln erheblich verletzt habe. Beweispflichtig sei der Verletzte. Das Gericht wies die Klage des Torwarts ab. Denn hier ließ sich nicht sicher feststellen, was genau passiert war. Der Torwart konnte nicht beweisen, dass der andere Spieler gegen die Regeln verstoßen hatte, und es gab auch keine ausreichenden Anhaltspunkte für Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit.

Landgericht Coburg, Urteil vom 27. Oktober 2015, Az. 23 O 58/15

Permalink

Tags: Sport

Ähnliche Beiträge:

Fusßball

Sportplatz: Jetzt darf es lauter werden

12.09.2017

Rechtsfrage des Tages

Viele Sportarten sind alles andere als ruhig. Und so kann es beim Training oder Punktspiel auch mal ordentlich laut werden. Klar, dass sich Anwohner dadurch gestört fühlen können. Warum es nach der neuen Lärmschutzverordnung für Sportanlagen jetzt trotzdem etwas lauter werden darf, erfahren Sie hier.

Firmenlauf

Beim Firmenlauf versichert?

30.06.2017

Rechtsfrage des Tages

Sportbegeisterte Arbeitnehmer freuen sich in den Sommermonaten, wenn ihre Firma einen Unternehmenslauf ausrichtet. Leider kann es trotz des bestens Trainings immer mal zu Verletzungen kommen. Ob die gesetzliche Unfallversicherung eintritt, erfahren Sie hier.

Langläufer

FIS-Regeln beim Langlauf

16.01.2017

Rechtsfrage des Tages

Es muss nicht immer die rasante Abfahrt sein. Viele genießen das Sport- und Naturerlebnis bei einer dynamischen Langlaufrunde. Welche Regeln Sie auf der Loipe kennen sollten, erfahren Sie hier.

D.A.S. Leistungsservice

D.A.S. Leistungsservice

Immer eine gute Idee, wenn Sie in Sachen Recht nicht weiterwissen: Rufen Sie an! Der D.A.S. Leistungsservice steht Ihnen als Rechtsschutz-Kunden gern unter der gebührenfreien Direktwahl 0800 3273271 zur Verfügung!

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei