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Hund mit Schleife

Bello oder Hoppel unterm Christbaum?

22.11.2012

Was beim Kauf von Tieren zu beachten ist

Ein kleines Kätzchen unter dem Christbaum lässt Kinder- und Erwachsenenaugen glänzen. Doch Vorsicht: Wer sich entscheidet, ein Tier zu kaufen, denkt eher an die vielen Veränderungen, die ein tierisches Familienmitglied mit sich bringt, als an die juristischen Hintergründe beim Kauf selbst. Welche gesetzlichen Regeln beim Erwerb eines Tieres gelten, erläutert die D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (im Folgenden D.A.S. Leistungsservice).

Tiere sind zwar vor dem Gesetz keine Sachen (§ 90a BGB Bürgerliches Gesetzbuch), allerdings werden sie im Kaufrecht beim Kauf von einem Händler wie Verbrauchsgüter angesehen. „Daher gelten hier die gleichen rechtlichen Grundsätze, wie zum Beispiel die Sachmängelhaftung beim Erwerb eines Kühlschrankes“, erklärt Anne Kronzucker, Juristin des D.A.S. Leistungsservices.

Gewährleistungsfrist bei krankem Tier

Werden Bello, Mietzi oder das neue Meerschweinchen bei einem Zoohändler erworben, dann haftet dieser mit einer zweijährigen Gewährleistungsfrist (§ 438 BGB). In der Praxis kommt diese Frist meist dann ins Spiel, wenn das Tier beim Kauf krank war, also gewissermaßen einen Mangel aufweist. Tritt dieser Mangel innerhalb des ersten halben Jahres auf, muss der Händler beweisen, dass die Krankheit nicht schon beim Kauf vorlag (§ 476 BGB). Ein solcher Beweis wird jedoch im Regelfall nicht möglich sein. Nach Ablauf dieser ersten sechs Monate liegt die Beweislast dann beim Tierkäufer: Er muss den Mangel – idealerweise mit Hilfe eines Tierarztbefundes – belegen.
Liegt die Ursache für den Mangel beim Tierhändler, hat dieser die Möglichkeit zur Nacherfüllung des Kaufvertrages, am besten innerhalb einer vom Kunden vorher schriftlich festgelegten, angemessenen Frist. So muss beispielsweise das kranke Kätzchen auf Kosten des Händlers vom Wurmbefall befreit werden. Mehr als zwei Versuche einer solchen „Nacherfüllung“ muss sich der Käufer jedoch nicht gefallen lassen. Bleibt die Behandlung erfolglos, hat der Käufer folgende Optionen: Er kann unter Rückerstattung des Kaufpreises vom Vertrag zurücktreten, den Kaufpreis mindern oder sogar Schadens- und Aufwendungsersatz fordern (BGH, VIII ZR 210/06). Die Juristin des D.A.S. Leistungsservices ergänzt: „Weist der Verkäufer jedoch nach, dass sich Krankheiten zum Beispiel durch den Stress bei der Eingewöhnung ergeben haben oder es sich um eine häufig auftretende Krankheit handelt, kann er nicht haftbar gemacht werden.“ Wichtig zu wissen: Bekommt die Katze vom Nachbarn plötzlich Junge und man kauft eines der süßen Kleinen, so gilt dies als Verkauf von Privatperson zu Privatperson. In diesem Fall kann der Verkäufer die Sachmängelhaftung ausschließen. Er muss also auch dann nicht haften, wenn das Kätzchen beispielsweise innerhalb der ersten sechs Monate eine Augenkrankheit bekommt und daran erblindet.

Bei Nichtgefallen zurück ins Zoogeschäft?

Möglicherweise geht es im neuen Jahr richtig rund: Das niedliche Kaninchen ist größer geworden und fängt an zu beißen, die Kanarienvögel werden immer lauter, der Hamster macht nachts Radau. Jetzt merken die neuen Tierhalter, dass der Spielkamerad vielleicht doch nicht so ins Familienleben passt. So landen die Geschenke schnell im Tierheim oder im schlimmsten Fall sogar auf der Straße. Einige Beschenkte versuchen auch, das Tier wieder in der Zoohandlung unterzubringen oder gegen ein anderes Tier umzutauschen. „Ein generelles Umtauschrecht bei lebenden Tieren gibt es aber nicht“, warnt die Juristin des D.A.S. Leistungsservices. Und selbst, wenn ein Platz im Tierheim gefunden wird: Die Rückgabe eines Tieres ist immer problematisch und für Tiere und Kinder oft ein traumatisches Erlebnis. Um eine spätere Enttäuschung bei Kindern zu vermeiden, sollten Christkind und Weihnachtsmann also vorher daran denken, dass lebende Geschenke die Übernahme von Verantwortung bedeuten, gesetzlichen Auflagen unterliegen, teils aufwändiger und lang anhaltender Pflege bedürfen, oft erhebliche Kosten verursachen, größer werden – und lange, lange leben können. Wird das berücksichtigt, leuchten unter dem Weihnachtsbaum nicht nur Kinderaugen, sondern auch die der Erwachsenen.


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