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Fasching im Büro

Fasching im Büro

7.02.2013

Weiberfastnacht – Krawatte weg?

Für begeisterte Närrinnen ist auch die Weiberfastnacht fester Bestandteil des Faschings. Doch nicht jeder Vorgesetzte ist ein begeisterter Jeck – und reagiert daher eher unwirsch, wenn ihm zur Weiberfastnacht die Krawatte abgeschnitten werden soll. Zwar entscheiden die Gerichte hier sehr unterschiedlich. Aktive Karnevalistinnen, die, ohne zu fragen, Krawatten mit der Schere zu nahe kommen, müssen jedoch mit Schadenersatzforderungen rechnen (AG Essen, Az. 20 C 691/87).

Als Matrose ins Büro

Warum nicht an den Faschingstagen mit roter Pappnase und Perücke ins Büro? 

Eine gesetzliche Regelung für die Bekleidung im Job gibt es auch an Fasching nicht – abgesehen von Arbeitsschutz- und Hygienevorgaben. Kann der Chef also nun Faschingskleidung verbieten?

Das kommt auf die Branche und die Regelungen in der Firma an. Schreibt der Betrieb eine Berufs- oder Arbeitskleidung vor, müssen Arbeitnehmer sich daran halten – selbst zur 5. Jahreszeit. Prinzipiell darf der Chef – basierend auf seinem sogenannten Weisungsrecht – über das Erscheinungsbild und daher auch über die Kleidung seiner Mitarbeiter während der Arbeitszeit in gewissem Rahmen mitbestimmen. Dabei darf er natürlich nicht in das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers eingreifen! So kann in einem Betrieb ein einheitliches Auftreten der Mitarbeiter mit Kundenkontakt erwünscht sein. Und da ist ein Indianerkostüm nicht immer passend.

In manchen Branchen ist eine standardisierte Berufskleidung seit eh und je Pflicht, etwa am Bau oder im Krankenhaus. Hier sollte man schon deshalb erst genau nachfragen, bevor man in Faschingskleidung kommt.

Anderseits kann zur Faschingszeit gerade in Berufen mit täglichem und direktem Kontakt zur Kundschaft ein karnevalmäßiges Äußeres auch erwünscht sein, beispielsweise im Verkauf. 

Tipp: Sprechen Sie die Kostümierung vorab ab, wenn Sie direkten Kundenkontakt haben: Nicht jeder Vorgesetzte möchte Spiderman als Angestellten haben.
Ohne besondere betriebliche Regelungen kann ein Chef gegen gestreifte Socken oder witzige Hüte aber nichts sagen!

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