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Inhalt des Arbeitsvertrages_521x230

Inhalt eines Arbeitsvertrages

20.08.2013

... geschafft! Ein neuer Job

Vergessen Sie in der Euphorie über den Job nicht, Ihren Arbeitsvertrag genau zu durchleuchten.

Schritt für Schritt

Bevor Sie den Arbeitsvertrag unterschreiben, prüfen Sie ihn misstrauisch! Hier haben wir notiert, worauf Sie besonders achten müssen.

Sind Sie mit den Regelungen im neuen Vertrag einverstanden, unterschreiben Sie ein Exemplar und schicken es Ihrem neuen Arbeitgeber. Damit ist der neue Arbeitsvertrag rechtsgültig.

Unverständliche Klauseln?

Rechnen Sie damit, dass Sie trotz sorgfältigen Lesens Ihres Arbeitsvertrages an mangelnder Verständlichkeit scheitern.

Eine Checkliste zum Inhalt eines Arbeitsvertrages erklärt typische Regelungen und deren Bedeutungen und gibt zahlreiche Hinweise, worauf Sie in Ihrem Arbeitsvertrag besonderes Augenmerk haben sollten.

 

Nachträgliche Änderungen des Arbeitsvertrages

Sind möglich, wenn
  • Sie und der Arbeitgeber dies einvernehmlich vereinbaren
  • das Gesetz Ihnen eine Änderung durch (Ihr) einseitiges Verlangen erlaubt (z.B. der Wechsel von Voll- auf Teilzeitarbeit)
  • eine Änderung von Klauseln (meist durch den Arbeitgeber) im Arbeitsvertrag vorbehalten worden ist (diese Klausel darf den Vertragspartner nicht unangemessen benachteiligen und bedarf eines verständlichen Grundes warum sie überhaupt vorhanden ist)
  • der Arbeitgeber sein Direktions- oder Weisungsrecht ausübt.
Im Grundsatz gilt, je bestimmter die Regelungen des Arbeitsvertrages ausfallen, desto weniger müssen Sie befürchten von Ihrem Arbeitgeber anders als nach Ihren Vorstellungen im Betrieb eingesetzt zu werden.

Einfluss durch Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen

Ihre Rechte und Pflichten richten sich zunächst nach dem Arbeitsvertrag. Einfluss auf Ihr Arbeitsverhältnis und den Inhalt des Arbeitsvertrages haben unter Umständen aber auch gesetzliche Bestimmungen, Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und die sogenannte Betriebliche Übung. Hiernach verpflichtet sich der Arbeitgeber durch wiederholt regelmäßig gewährte Leistungen wie z.B. die Zahlung von Weihnachtsgeld, dies auch zukünftig zu tun.
Achtung: Hat der Arbeitgeber die Zahlung z.B. des Weihnachtsgeldes, unter den Vorbehalt gestellt, dies freiwillig zu tun, so führt diese Vereinbarung auch in vorformulierten Arbeitsverträgen dazu, dass er diese Zahlungen ohne Angabe von Gründen einstellen kann. Die betriebliche Übung gilt dann nicht!

 

Tipp

Ist auf Ihr Arbeitsverhältnis ein Tarifvertrag anwendbar, wird der Arbeitsvertrag meist recht kurz ausfallen. Achten Sie aber darauf, dass mündlich zugesagte Sonderregelungen im Vertrag stehen.

Besonderheiten für die Auslandstätigkeit

(sog. Arbeitnehmerentsendung)


Mit dem Begriff Arbeitnehmerentsendung ist gemeint, dass der Arbeitnehmer auf Weisung des - im Inland niedergelassenen - Arbeitgebers für diesen im Ausland für einen begrenzten Zeitraum tätig wird. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitnehmer gerade nur für diese (Auslands-) Tätigkeit eingestellt wurde. Neben sozialrechtlichen und steuerlichen Problemen ergeben sich auch für den Inhalt des Arbeitsvertrages Besonderheiten, die geregelt sein sollten.
So muss ein Arbeitsvertrag bei einer Entsendedauer von mehr als einem Monat zwingend enthalten,
  • wie lange Sie im Ausland arbeiten sollen, denn dem Arbeitgeber steht hier kein Direktionsrecht zu, nach dem er die Zeitdauer allein bestimmen kann
  • in welcher Währung Ihnen das Gehalt bezahlt wird (bei den schwankenden Kursen hat dies eine nicht unwesentliche Bedeutung, z.B. Euro oder Dollar)
  • weitere Leistungen die Ihnen gewährt werden, weil die Arbeit im Ausland stattfindet (Auslandszuschläge, Dienstwagen, Dienstwohnung, Kaufkraftzulage , Erschwernis-Prämie (sog. Hardship-Prämie)
  • Regelungen zur Rückkehr.
Neben den zwingenden Regelungen des Nachweisgesetzes, sind weitere Punkte zu beachten, die direkte Auswirkungen auf das Arbeitverhältnis haben, z.B.
  • Feiertage (häufig existieren diese nur in wesentlich geringerem Umfang)
  • eine Trennungsentschädigung
  • spezielle Versicherungen (z.B. Unfallversicherung, betriebliche Altersvorsorge)
  • eine vorzeitige Beendigung des Auslandsaufenthaltes (Wer trägt welche Kosten?)
  • Wiedereingliederung in den Betrieb
  • die Konkurrenz zwischen Anwendung deutschen und ausländischen Rechts

Wichtige Vorschriften: Nachweisgesetz

 

 

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