Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Zeugnisberichtigung

Arbeitszeugnis: Korrektur

28.09.2016

Mündet Ihr anfängliches Misstrauen gegenüber einigen Formulierungen im Zeugnis in Wut über Falsches oder Unvollständiges, müssen Sie sich damit nicht abfinden.

Die Berichtigung

Hat der Arbeitgeber im Zeugnis

  • Tatsachen falsch wiedergegeben
  • Ihre Leistung unvollständig beschrieben oder bewertet
  • formelle Vorschriften nicht beachtet

sollte der Anspruch auf Berichtigung des Zeugnisses geprüft werden.

Bitte um Überarbeitung

Bevor jedoch ein Rechtsanwalt eingeschaltet wird, sollte der Arbeitgeber vorher um Überarbeitung des Zeugnisses gebeten werden. Oft ist es kein böser Wille: Gerade Betriebe ohne Personalabteilung kennen sich nicht immer gut in der Zeugnissprache aus.

Nachweispflicht des Arbeitgebers

Hält Ihr ehemaliger Chef allerdings seine Ausführungen für richtig und verweigert die Änderung, muss er seine Behauptungen beweisen.

Nachweispflicht des Arbeitnehmers

Hat Ihr ehemaliger Arbeitgeber Ihnen das Zeugnis verspätet oder gar nicht erteilt oder lehnt er eine Berichtigung ab, kann er sich Ihnen gegenüber schadenersatzpflichtig machen. Voraussetzung ist, dass Ihnen tatsächlich ein Schaden entstanden ist. Der Schaden liegt dann meistens im Verdienstausfall, weil Sie wegen des fehlenden oder unrichtigen Arbeitszeugnisses keine neue Stelle gefunden haben oder zu schlechteren Bedingungen eingestellt wurden.

Allerdings müssen Sie nicht nur beweisen, dass das fehlende Zeugnis der Grund für Arbeitslosigkeit oder einen geringwertigeren Arbeitsplatz war. Auch die Höhe des geforderten Anspruches müssen Sie durch Beweise plausibel machen.

Der Ernstfall

Die Berichtigung eines Zeugnisses muss innerhalb einer angemessenen Zeit (bis etwa zu einem halben Jahr nach der Zeugnisausstellung) verlangt werden. Wird die Frist versäumt, ist der Anspruch verwirkt und Ihr Zeugnis bleibt unverändert.

Einsichtiger Arbeitgeber

Akzeptiert der Arbeitgeber die Änderungswünsche, muss er das gesamte Zeugnis neu ausstellen. Die den Zorn auslösende ursprüngliche Beurteilung muss übrigens nicht zurückgegeben werden.

Uneinsichtiger Arbeitgeber

Trifft der Anspruch auf Berichtigung auf Kopfschütteln oder Schulterzucken, können Sie sich an das für den Firmensitz zuständige Arbeitsgericht wenden und den Arbeitgeber verklagen.

Herausgabe oder Widerruf des Zeugnisses

Unter Umständen kann der Arbeitgeber ein bereits erteiltes Zeugnis widerrufen. Jedoch nur dann, wenn er nach Ausstellung des Zeugnisses von Tatsachen erfährt, die seine Bewertung in wesentlichen Punkten unrichtig erscheinen lässt. Voraussetzung ist hierbei jedoch ein schwerwiegender Fehler. Der Arbeitgeber kann in diesem Fall das Zeugnis herausverlangen. Selbstverständlich muss er Ihnen dann ein neues Zeugnis ausstellen. Auch dieser Anspruch kann verwirkt sein, wenn der Arbeitgeber den Widerruf nicht in angemessener Zeit nach Kenntnis der neuen Tatsachen erklärt.

Permalink

Ähnliche Beiträge:

Personalakte

Elektronische Personalakte: Original in den Müll?

9.10.2017

Rechtsfrage des Tages

Scannen, Archivieren, Schreddern - elektronische Personalakten sollen Platz schaffen und Arbeitsabläufe optimieren. Ob Sie aber wirklich alle eingescannten Unterlagen einfach so vernichten dürfen oder sollten, erfahren Sie hier.

Krankmeldung

Wenn Angestellte blaumachen

2.10.2017

Rechtsfrage des Tages

Haben Sie den Verdacht, Ihr Arbeitnehmer nutzt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung als "gelben Urlaubsschein"? Nicht nur, dass Ihnen eine Arbeitskraft fehlt. Sie müssen auch eine Lohnfortzahlung leisten. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie als Arbeitgeber haben.

Kündigung

Eine Abfindung gibt es immer, oder?

18.09.2017

Rechtsfrage des Tages

Einem Mitarbeiter zu kündigen dürfte nie erfreulich sein. Eine Kündigungsschutzklage kann dann auch noch zusätzliche Kosten verursachen. Ob Sie bei einer Kündigung auch immer eine Abfindung zahlen müssen, erfahren Sie hier.

D.A.S. Leistungsservice

D.A.S. Leistungsservice

Immer eine gute Idee, wenn Sie in Sachen Recht nicht weiterwissen: Rufen Sie an! Der D.A.S. Leistungsservice steht Ihnen als Rechtsschutz-Kunden gern unter der gebührenfreien Direktwahl 0800 3273271 zur Verfügung!

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei