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Kündigung in der Ausbildung

Kündigung in der Ausbildung

14.09.2017

Besonders im Bereich "Kündigung" unterscheidet sich ein Ausbildungsverhältnis von einem Arbeitsverhältnis. Nach Ablauf der Probezeit ist es für den Ausbilder nicht einfach, einem Azubi zu kündigen.

Kündigung vor Ausbildungsbeginn

Vor Beginn der Berufsausbildung aber nach Unterzeichnung des Ausbildungsvertrags kann sowohl vom Azubi als auch vom Ausbilder ohne Einhaltung von Fristen gekündigt werden. Es sei denn, vertraglich ist es anders vereinbart.

Kündigung während der Probezeit

Wie der Name schon sagt: Während der Probezeit sollst du deinen Ausbildungsberuf und -betrieb besser kennen lernen und auch du kennengelernt werden. Die Probezeit soll mindestens einen Monat und höchstens vier Monate betragen, § 20 BBiG. Solltest du während der Probezeit merken, dass dir der Beruf nicht gefällt, kannst du fristlos kündigen. Das gleiche Recht steht auch deinem Arbeitgeber zu. Die Kündigung  hat schriftlich zu erfolgen und muss nicht begründet werden.

Ein Beispiel:

Max macht eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. Schon bald merkt er, dass diese Ausbildung nichts für ihn ist. Also geht er während der Probezeit zu seinem Ausbilder und überreicht ihm seine schriftliche fristlose Kündigung.


Bist du noch minderjährig, brauchst du zur Kündigung die Einwilligung deiner gesetzlichen Vertreter, in der Regel sind das deine Eltern. Kündigt dein Arbeitgeber dir, wenn du noch minderjährig bist, muss die Kündigungserklärung gegenüber deinem gesetzlichen Vertreter erfolgen.

Kündigung nach der Probezeit durch den Azubi

Natürlich kannst du auch nach der Probezeit dein Ausbildungsverhältnis kündigen. Für eine fristlose Kündigung muss ein wichtiger Grund vorliegen. Wichtige Gründe sind beispielsweise:

  • die Ausbildung wird nicht ordnungsgemäß durchgeführt
  • dem Ausbilder wird die Berechtigung zur Ausbildung entzogen
  • der Ausbilder verstößt mehrmals gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz

Ein wichtiger Grund ist immer dann gegeben, wenn dir unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsparteien die Fortsetzung des Ausbildungsverhältnisses bis zum Ausbildungsende nicht zuzumuten ist.

Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Gründe für die Kündigung müssen angegeben werden.

Bei Minderjährigen muss die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters vorliegen.

Wenn du deine Ausbildung abbrechen möchtest, kannst du mit einer vierwöchigen Kündigungsfrist kündigen. Auch diese Kündigung muss schriftlich und mit Angabe der Gründe erfolgen.

Ein Beispiel:

Marcus ist volljährig und Auszubildender zum Industriekaufmann und hat nach fünf Monaten gemerkt, dass ihm dieser Beruf keinen Spaß macht. Er hat auch bereits einen anderen Ausbildungsplatz als Tischler gefunden. Er möchte deshalb die Ausbildung zum Industriekaufmann abbrechen und kündigt am 01.05., sein letzter Arbeitstag wäre dann der 29.05.

Kündigung nach der Probezeit durch den Arbeitgeber

Der Arbeitgeber hat es bei einer Kündigung nicht so einfach wie du. Generell muss er dich erst abmahnen, um dir kündigen zu können. Bist du minderjährig, müssen Abmahnung und Kündigung gegenüber deinem gesetzlichen Vertreter erfolgen.
Der Arbeitgeber kann dich aber fristlos kündigen, beispielsweise bei

  • mehrmaligem, unentschuldigten Fehlen in der Berufsschule oder im Betrieb
  • gravierender Störung des Betriebsklimas (Ausländerfeindlichkeit etc.)
  • Bedrohung des Vorgesetzten

Die Kündigung ist unwirksam, wenn aus Gründen gekündigt wird, die bereits länger als zwei Wochen bekannt sind, § 22 BBiG.

Die Kündigung kann auch dann unwirksam sein, wenn beispielsweise nur noch wenige Wochen bis zum Abschluss der Prüfungen sind.

Auflösung des Ausbildungsverhältnisses

Das Ausbildungsverhältnis kann im Einverständnis mit beiden Parteien, also Azubi (ggf. mit gesetzlichem Vertreter und Ausbilder, aufgelöst werden. Dies geschieht durch einen Aufhebungsvertrag. Damit wird die Beendigung des Ausbildungsverhältnisses zu einem konkreten Zeitpunkt vereinbart.

Besonderer Kündigungsschutz

Einen besonderen Kündigungsschutz genießen

Schwangere Azubis können nur ausnahmsweise und mit Zustimmung der für den Arbeitsschutz zuständigen Behörde gekündigt werden. Wird eine Kündigung ohne deren Zustimmung ausgesprochen, so ist die Kündigung unwirksam.
Schwerbehinderte Azubis kann man nur mit der Zustimmung der zuständigen Behörde und nach Anhörung des Betriebs- bzw. Personalrates entlassen.
Eine ordentliche Kündigung von Mitgliedern des Betriebsrates oder der JAV ist grundsätzlich nicht möglich. Bei einer außerordentlichen Kündigung ist immer die Zustimmung des Betriebsrates einzuholen.

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