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BAföG

BAföG

17.08.2017

Immer mehr Schulabsolventen drängen an die Universitäten und Fachhochschulen. Die Studienvielfalt ist nahezu unbegrenzt. Aber nicht jeder junge Mensch hat in Anbetracht seiner sozialen und wirtschaftlichen Situation die Möglichkeit finanziell unbeschwert in ein Studium zu starten. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) hält diese Möglichkeit bereit.

Wer hat Anspruch auf Leistungen?

Um einen Anspruch auf Leistungen nach BAföG zu haben, musst du folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • du hast die deutsche Staatsangehörigkeit oder ein in § 8 BAföG aufgeführten aufenthaltsrechtlichen Status,
  • du besitzt die Eignung für die gewählte Ausbildung: deine Leistungen müssen erwarten lassen, dass du das Ausbildungsziel erreichst,
  • du hast das 30. Lebensjahr bzw. das 35.Lebensjahr (bei Masterstudiengängen) bei Ausbildungsbeginn noch nicht vollendet.

Tipp

Der Antrag auf Leistungen nach dem BAföG muss schriftlich auf den dafür vorgesehenen Formularen beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung beantragt werden. Die Formulare bekommst du bei allen Ämtern für Ausbildungsförderung oder online unter www.bafög.de. Online kannst du den Antrag auch elektronisch stellen. Dort bekommst du auch eine Liste aller Ämter für Ausbildungsförderung.

Unbedingt beachten solltest du, dass BAföG-Leistungen frühestens ab dem Monat, in dem der Antrag gestellt wurde, gezahlt werden. Rückwirkend erfolgen keine Zahlungen. Stelle den Antrag also frühzeitig!

Zahlung und Rückzahlung

Für Studenten an Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen gibt es Leistungen nach dem BAföG grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen. Das bedeutet, dass du, egal in welcher Höhe du Zahlungen vom BAföG-Amt bekommst, immer nur die Hälfte (das Darlehen) später zurückzahlen musst. Die andere Hälfte (den Zuschuss) bekommst du geschenkt. Die Rückzahlung beginnt frühestens fünf Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer und ist auf maximal 10.000 Euro begrenzt. Mit dem Förderungshöchstsatz von derzeit 735 Euro bekommst du de facto aufgrund der Rückzahlungssummenbegrenzung mehr Geld als "nur" den Zuschuss geschenkt. Das Darlehen kann in Mindestraten von monatlich 105 Euro in einem Zeitraum bis zu 20 Jahren zurückgezahlt werden. Wenn du ein Einkommen von derzeit unter 1070 Euro für dich allein hast, kannst du die Aussetzung der Rückzahlung beantragen.

Tipp

Wenn du das Darlehen vor Fälligkeit bereits ganz oder auch in höheren mehreren Beträgen zurückzahlst, sparst du weiteres Geld. Der Staat erlässt dir bei vorzeitiger Rückzahlung zwischen 8 und 50,5 Prozent der Rückzahlungssumme. Manchmal kann sich hier sogar eine Kreditaufnahme zur Rückzahlung lohnen, rechne nach!

Etwa 4,5 Jahre nach Erreichen der Förderungshöchstdauer wirst du ein Schreiben vom Bundesverwaltungsamt erhalten. Dieses Schreiben ist der Feststellungs- und Rückzahlungsbescheid. Hier ist die Höhe des Darlehens, die Höhe der Rückzahlungssumme sowie die jeweilige Rückzahlungsrate festgestellt. Dieser Bescheid enthält auch den Zeitpunkt der Fälligkeit der ersten Rückzahlungsrate. Die Raten werden von deinem Konto, in der Regel vierteljährlich, eingezogen.  

Berechnung der Leistungen

Ausgangspunkt für die Berechnung der Höhe von BAföG-Leistungen ist der jeweilige Bedarfssatz. Eine vollständige Aufzählung der Bedarfssätze findest du auf www.bafög.de. Der derzeit höchste einfache Bedarfssatz liegt bei 735 Euro. Hierauf wird gegebenenfalls eigenes Einkommen und Vermögen angerechnet. Auch Einkommen und Vermögen eines Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners werden berücksichtigt. Zuletzt wird das Einkommen und Vermögen der Eltern in Abzug gebracht. Es gibt Ausnahmefälle, in denen das Einkommen und Vermögen der Eltern gänzlich außer Betracht bleibt, beispielsweise weil der Aufenthaltsort der Eltern unbekannt ist.

Hintergrund der Anrechnungen ist der, dass das BAföG davon ausgeht, dass man selbst und diejenigen, die zum Unterhalt verpflichtet sind, für die Ausbildung aufzukommen haben. Nur wenn das nicht geleistet werden kann, springt das BAföG ein. Selbstverständlich wird nicht alles eins zu eins angerechnet. Freibeträge sind zu ermitteln und zu berücksichtigen. Als Faustformel gilt: Bedarfssatz abzüglich anrechenbares Einkommen und Vermögen des Auszubildenden/Studenten und anrechenbares Einkommen der Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartner und Eltern ergibt den Förderungsbetrag nach dem BAföG. Einzelheiten zu den komplexen Berechnungen finden sich auf www.bafög.de.

Förderungsdauer

Grundsätzlich können Studenten bis zum Erreichen der Förderungshöchstdauer Leistungen vom BAföG-Amt beziehen. Die Förderungshöchstdauer richtet sich nach der Regelstudienzeit des gewählten Studiums. Spätestens ab dem fünften Fachsemester müssen Studenten einen Leistungsnachweis erbringen, beispielsweise durch ein Zwischenprüfungszeugnis.

Gut zu wissen

Leistungen nach BAföG gibt es nicht nur für Studenten an Hochschulen. Förderungsfähig können beispielsweise auch Ausbildungen an weiterführenden allgemeinbildenden Schulen ab Klasse 10, Berufsfachschulen, Fach- und Fachoberschulklassen, Abendschulen sein (§ 2 BAföG); diese Aufzählung ist nicht abschließend.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch eine Ausbildung im Ausland nach BAföG förderungsfähig sein. Wirf hierzu einen Blick in § 5 BAföG und § 16 BAföG oder auf www.bafög.de.

Wer zu Beginn der Ausbildung das 30. bzw. bei Masterstudiengängen das 35. Lebensjahr vollendet hat, erhält grundsätzlich keine Leistungen des BAföG. Aber auch hierzu gibt es Ausnahmen. Gefördert werden können - unabhängig vom Alter - beispielsweise Absolventen des zweiten Bildungsweges und Studenten, die ohne Hochschulzugangsberechtigung aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation studieren. Du kannst einen Antrag auf Vorabentscheidung stellen, um zu klären, ob du altersunabhängige Förderung nach BAföG erhalten kannst, § 46 BAföG.

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