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Renovierung

Renovierung

17.01.2017

... Tapetenwechsel (ge-)fällig?

Für ambitionierte Heimwerker bieten Renovierungsarbeiten (Schönheitsreparaturen) ein wertvolles Betätigungsfeld. Mancher Mieter aber würde das Renovieren lieber anderen überlassen. Trotzdem müssen die meisten irgendwann zu Farbe und Pinsel greifen oder bei Auszug einen prozentualen Anteil an den Renovierungskosten bezahlen. Dabei gibt es ein paar Dinge von Vermieter und Mieter zu beachten, mit denen sich Streit im Vorfeld vermeiden lässt.

Wer ist für die Schönheit zuständig?

Gesetzlich ist der Vermieter verpflichtet, regelmäßig die Wohnoptik mit Farbe und Pinsel aufzufrischen. In den meisten Mietverträgen ist dies jedoch - zulässig - auf den Mieter übertragen. Daher lohnt sich ein Blick in den Mietvertrag. Sind die Schönheitsreparaturen hier nicht als Aufgabe des Mieters genannt, so muss er auch nicht tätig werden. Andernfalls heißt es: Ärmel hochkrempeln oder Geldbeutel zücken.

Tipp

Glück gehabt? Aber nur, wenn in Ihrem Mietvertrag keine (oder eine unwirksame) Regelung über Schönheitsreparaturen enthalten ist. Oder wenn Ihr Vermieter vergessen hat, ein entsprechendes Feld im Mietvertrag zu kennzeichnen.

Was gehört zu den Schönheitsreparaturen?

Renoviert werden muss, was sich durch normales Wohnen im Laufe der Zeit abnutzt und mit Farbe, Tapete und Gips zu beheben ist.

Dazu gehört das

  • Anstreichen und Tapezieren von Wänden und Decken
  • Streichen der Fußböden
  • Lackieren der Heizkörper und -rohre
  • Streichen von Fenstern und Außentüren von innen
  • die Beseitigung kleinerer Putz- und Holzschäden

Wann muss renoviert werden?

Meistens verlangt der Vermieter eine Renovierung beim Auszug aus der Wohnung. Schönheitsreparaturen können aber auch schon während des Mietverhältnisses fällig werden. Wann Renovierungsarbeiten (Schönheitsreparaturen) durchgeführt werden müssen, ist nicht nur eine Frage der persönlichen Wohnästhetik.

Wände und Decken

Fällig sind die Arbeiten, wenn die letzte Renovierung schon länger zurückliegt und ein Anstrich nach dem äußeren Erscheinungsbild notwendig ist. Der Renovierungsbedarf von Wänden und Decken ist dabei durch Fristenpläne konkretisiert, denen auch die Gerichte weitgehend folgen.

  • Alle drei Jahre sollten Küche und Bad/Dusche aufgefrischt werden.
  • Wohn- und Schlafräume, Flure, Dielen und Toiletten sind ungefähr nach fünf Jahren fällig.
  • Sonstige Nebenräume sollten nach spätestens sieben Jahren einen neuen Farbanstrich erhalten.

Diese Fristenpläne sind nur Anhaltspunkte. Im Streitfall ist entscheidend, ob die Renovierung tatsächlich erforderlich ist. Denn Schönheitsreparaturen sind nur dann durchzuführen, wenn sie nach dem Erscheinungsbild der Wohnung notwendig sind.

Tipp

Unwirksam sind starre Fristen für die Zeiträume der Renovierung. Zulässig ist die Regelung, wenn der Mieter "in der Regel" oder "im Allgemeinen" nach drei Jahren Küche, Bad und WC sowie nach fünf Jahren Wohn- und Schlafzimmer renovieren soll.

Übrigens! Wenn Sie in eine unrenovierte Wohnung gezogen sind und dafür keinen Ausgleich vom Vermieter erhalten haben, können Sie im Kleingedruckten überhaupt nicht wirksam dazu verpflichtet werden, die Renovierung durchzuführen. Lesen Sie hier mehr zu dieser aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofes.

Heizkörper und Türen

Für Türen, Fenster und Heizkörper gelten die Fristenpläne nach Ansicht vieler Gerichte nicht. Sie brauchen also nicht alle drei bzw. fünf Jahre neu lackiert zu werden.


Wann der Mieter auch sie komplett neu streichen muss, wird nur nach dem Gesichtspunkt der "Erforderlichkeit" beurteilt. Bei Streitigkeiten ist in jedem Einzelfall neu zu beurteilen, wann ein Neuanstrich wirklich "notwendig" ist.

Unwirksame Klauseln

Sind Sie im Mietvertrag verpflichtet worden, die Räume weiß gestrichen zurückzugeben oder alle zwei Jahre alles zu renovieren? Immer wieder finden sich in Mietverträgen solche unwirksame Bedingungen. Vergleichen Sie sicherheitshalber Ihren Mietvertrag mit unserer Aufstellung von unwirksamen Klauseln.

Tipp

Es gibt Mietverträge, in denen neben der turnusmäßigen Renovierung der Wohnung auch noch die unbedingte Endrenovierung verlangt wird. Dann sind beide Klauseln unwirksam und der Mieter braucht überhaupt nicht zu streichen.

Weitere Folgen unwirksamer Klauseln

Der Vermieter kann aber auch noch auf andere Ideen kommen, wenn Klauseln zu Schönheitsreparaturen ungültig sind:

Vertragsanpassung

Manche Vermieter fordern ihre Mieter dazu auf, einer Vertragsänderung zuzustimmen, weil sich die Klauseln als unwirksam heraus gestellt haben. Darauf hat der Vermieter keinen Anspruch!

Tipp

Sie können ein solches Angebot dankend ablehnen. Die unwirksamen Klauseln fallen dann einfach weg und Sie müssen keine Schönheitsreparaturen durchführen. 

Mieterhöhung

Es ist unzulässig, wenn der Vermieter wegen einer unwirksamen Klausel die Miete erhöhen will. Mieterhöhungen sind nicht über die allgemeinen Regeln hinaus zulässig!

Erstattungsanspruch

Haben Sie renoviert und merken erst danach, dass Sie dazu gar nicht verpflichtet waren? Dann können Sie sich die Kosten dafür oder Ersatz für Ihre Eigenleistungen vom Vermieter erstatten lassen. Eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes schafft hier Sicherheit, Aktenzeichen VIII ZR 302/07.

Schön bis zum Schluss

Über den visuellen Zustand Ihrer Bleibe kümmert sich Ihr Vermieter während des Mietverhältnisses vermutlich selten. Ärger wegen nicht durchgeführter Schönheitsreparaturen gibt es meist erst, wenn Sie ausziehen möchten.

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