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Operation

Behandlungsfehler

24.07.2017

... persönliches Schicksal oder menschliches Unvermögen?

Behandlungsfehler ist ein Oberbegriff für verschiedene Fehler des Arztes. Oft taucht in diesem Zusammenhang auch der Begriff des ärztlichen Kunstfehlers auf.

Wodurch können Behandlungsfehler passieren?

Behandlungsfehler können sowohl durch Handlungen (Verabreichen des falschen Medikaments, versehentliches Zerschneiden eines Nervs), als auch durch Unterlassungen (unterlassene Überweisung zum Facharzt, unterlassene Untersuchung) passieren.

Eine gesetzliche Definition des Begriffes gibt es nicht. Nach verbreiteter Juristenmeinung ist ein Behandlungsfehler der Verstoß eines Arztes gegen die anerkannten Regeln der ärztlichen Wissenschaft. Dies sind die ärztlichen Methoden, die allgemein bekannt und anerkannt sind und ständig ausgeübt werden. Sie verändern sich mit dem Fortschritt der Forschung. Trotzdem existieren gebräuchliche Qualitätsstandards, an denen man erkennen kann, ob der Arzt sich an die Regeln gehalten hat. Solche sind z.B.:

  • gesetzliche Vorschriften (z.B. Transfusionsgesetz mit Regelungen über das Vorgehen bei Blutspenden und Blutübertragungen, Transplantationsgesetz über Organverpflanzungen)
  • Richtlinien der Bundesärztekammer oder von speziellen Ärzteverbänden

Arten von Behandlungsfehlern

  • Diagnosefehler
  • Therapiefehler
  • Übernahmeverschulden
  • Beratungsfehler
  • Organisationsfehler

Man unterscheidet zwischen einfachen und groben bzw. schweren Behandlungsfehlern.

Leichter Behandlungsfehler

Ein leichter Behandlungsfehler liegt in dem nach dem Stand der Medizin unsachgemäßen Verhalten eines Arztes.

Schwerer / grober Behandlungsfehler

Von einem groben Behandlungsfehler geht der Bundesgerichtshof aus, wenn dem Arzt ein Fehlverhalten vorzuwerfen ist, dass "aus objektiver ärztlicher Sicht" nach dem für Ärzte allgemein anwendbaren Ausbildungs- und Wissensstand unverständlich und unverantwortlich erscheint, weil ein solcher Fehler dem Arzt keinesfalls unterlaufen darf.

Gut zu wissen

Die Unterscheidung zwischen einfachem und grobem Behandlungsfehler ist maßgeblich für die Frage, welcher Beweismaßstab anzusetzen ist:

Bei einem nur leichten Behandlungsfehler müssen Sie als Patient nicht nur darlegen und beweisen, dass Ihr Arzt einen Behandlungsfehler gemacht hat, sondern auch, dass der Behandlungsfehler ursächlich ist für Ihre Schädigung ist.

Stellt sich ein grober Behandlungsfehler heraus, so kann es zu Beweiserleichterungen kommen bis hin zu einer Beweislastumkehr: Dann müssen Sie nur noch beweisen, dass Ihr Arzt einen schweren Behandlungsfehler begangen hat. Dass die Schädigung auf den Behandlungsfehler zurückzuführen ist, wird zu Ihren Gunsten vermutet

Folgen des Behandlungsfehlers 

Selbst wenn Ihr Arzt einen Fehler gemacht hat, kommt es noch nicht zwangsläufig zur Haftung. Sie müssen nun darlegen und beweisen, dass Ihnen hierdurch ein Schaden entstanden ist. Außerdem muss Ihr Arzt den Behandlungsfehler schuldhaft begangen haben und er muss Ursache für den bei Ihnen entstandenen Schaden sein. Weitere wichtige Informationen hierzu erfahren Sie unter Schadensersatz bei Arztfehlern.

 

Wichtige Vorschriften

§ 823 BGB Schadensersatzpflicht

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Tags: Arztfehler

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