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Finanzielle Absicherung des Spenders

13.01.2017

Wie sieht die finanzielle Absicherung des Spenders unmittelbar nach der Transplantation aus und wie für die Zukunft?

Die mit einer Transplantation unmittelbar verbundenen Kosten übernimmt die private oder gesetzliche Krankenversicherung des Organempfängers. Wie aber sieht es mit der finanziellen Absicherung des Spenders unmittelbar nach der Organentnahme aus? Stichwort Arbeitsunfähigkeit. Was ist, wenn die Arbeitsunfähigkeit mehr als sechs Wochen andauert? Stichwort: Krankengeldbezug. Was ist, wenn ein Spender nach einer Nierentransplantation selbst nierenkrank wird? Wer übernimmt die Kosten der dann notwendig werdenden medizinischen Behandlungen? Stichwort: zukünftige finanzielle Absicherung. Das neue Transplantationsgesetz (TPG-Änderungsgesetz vom 21. Juli 2012) enthält die Antworten hierzu:

  • Der Spender erhält gemäß des neu eingefügten § 3 a Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgeltFG) innerhalb der ersten sechs Wochen Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch seinen Arbeitgeber. Dieser kann seinerseits einen Erstattungsantrag bei dem Krankenversicherer des Organempfängers stellen.
  • Der Spender erhält nach Ablauf der ersten sechs Wochen bei anhaltender Arbeitsunfähigkeit gemäß des ebenfalls neu eingefügten § 44 a SGB V Krankengeld in Höhe des letzten regelmäßig erzielten Nettoarbeitsentgelts.

Hätten Sie es gewusst?

Die Gesetzesnovellierung bewahrt den Spender erst jetzt - sicher - vor Vermögenseinbußen. Vorher hatte der Spender weder einen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall noch auf die Erstattung etwaiger Fahrtkosten, die im Zusammenhang mit der Nachbehandlung angefallen sind. Die Kostenübernahme erfolgte, wenn überhaupt, auf Grundlage eines Urteils des Bundessozialgerichts vom 12. Dezember 1972, Az. 3 RK 47/70, wonach "die gesamten mit der Organentnahme verbundenen Aufwendungen von der für den Empfänger zuständigen Krankenkasse zu tragen sind". Allerdings bestand häufig Streit über den Umfang der Aufwendungen: Die gesetzlichen Krankenkassen gingen nicht selten davon aus, dass mit der Zahlung der Fallpauschale alle Leistungen abgegolten sind, auch wenn der Verdienstausfall faktisch noch gar nicht ausgeglichen war.

Die finanzielle Absicherung für den Spender endet nicht, sobald die Organentnahme positiv verlaufen und er wieder in Lohn und Brot zurückkehrt ist. Nunmehr sind auch die Personen abgesichert, bei denen sich -unter Umständen erst Jahre später-Komplikationen abzeichnen, die eine fortlaufende medizinische Behandlung erforderlich machen. Beispiel: Ein Nierenspender wird selbst nierenkrank.  

Gut zu wissen

Die finanzielle Absicherung durch den Unfallversicherungsträger gilt auch für diejenigen Spender, die nach Einführung des Transplantationsgesetzes im Jahre 1997 und noch vor der Verkündung des neuen Transplantationsgesetzes am 01.08.2012 erkrankt sind.



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