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ärztliche Behandlung

Ablauf der Organspende

13.01.2017

Wie muss ich mir den Ablauf einer postmortalen Organspende vorstellen?

Nach dem Tod des Betroffenen halten dessen behandelnde Ärzte die künstliche Beatmung aufrecht. So gewährleisten sie, dass die Organe weiter mit Sauerstoff versorgt werden und keinen Schaden nehmen. Haben Ärzte oder Transplantationskoordinatoren die Organspendebereitschaft des Betroffenen festgestellt, informieren sie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) über die Existenz dieses potentiellen Spenders. Die anschließend durchzuführenden Untersuchungen (Blutuntersuchungen und apparative Diagnostik) des potentiellen Spenders erfolgen in Absprache mit der DSO. Die Untersuchungsergebnisse sollen Auskunft geben über Begleiterkrankungen und Infektionen sowie über Blutgruppe und Gewebemerkmale. Hat die Auswertung der Ergebnisse ergeben, dass der  Betroffene als Spender in Betracht kommt, so informiert die DSO die niederländische Stiftung Eurotransplant über den potentiellen Spender und gibt dessen medizinischen Daten weiter. Eurotransplant wertet diese Daten aus, ermittelt den am besten geeigneten Empfänger und informiert sogleich das Transplantationszentrum, in dem der Empfänger behandelt wird. Die Organentnahme selbst nehmen Ärzte der DSO vor. Das Krankenhaus, in dem die Entnahme vorbereitet wird, stellt lediglich OP-Pflegekräfte und Anästhesieteam. Während der Operation erhält der hirntote Patient muskelentspannende Medikamente, da Funktionen des vegetativen Nervensystems im Rückenmark erhalten bleiben, die andernfalls zu unerwünschten Beugekontraktionen führen könnten.

Gut zu wissen

Diese Bewegungen, sog. Lazarus-Zeichen, sind für den Hirntod typisch. Sie weisen nicht auf Schmerzempfindungen hin.

Während der Entnahmeoperation entscheiden die Ärzte der DSO, ob die entnommenen Organe transplantationsgeeignet sind. Ist dies der Fall, initiieren deren Kollegen den Transport der Organe in die jeweiligen Transplantationszentren, in denen die Empfänger parallel auf die Transplantation vorbereitet werden. Der Leichnam wird den Angehörigen nach der Organentnahme in würdigem Zustand zur Bestattung übergeben, damit sie sich von dem geliebten Menschen verabschieden können.

Gut zu wissen

Bislang wurden Daten und Fakten über Organentnahmen und Organtransplantationen dezentral gesammelt. Dies soll künftig ein Ende haben: Der Gesetzgeber hat durch Einfügung der §§ 15a bis 15i TPG den Weg geebnet für die Errichtung eines zentralen Transplantationsregisters. Darin sollen anonymisierte Daten sämtlicher Organspender und Organempfänger einheitlich und zentral erfasst und gespeichert werden. Die Auswertung der Daten soll dabei helfen, die Verteilung der Spenderorgane fortlaufend weiterzuentwickeln und die wissenschaftliche Forschung im Bereich der Transplantationsmedizin voranzutreiben. Aber. Keine Sorge: Hat der Patient (Organspender/Organempfänger) nicht ausdrücklich seine Einwilligung zur Weitergabe seiner Daten erteilt, so dürfen diese nicht an das Zentralregister weitergegeben werden. 

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