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Schnaps

Darf's noch ein Schnapserl sein?

9.01.2018

Rechtsfrage des Tages:

Bisher durften Sie in kleinem Rahmen selbst zu Hause Schnaps herstellen. Ab dem 1. Januar 2018 gilt statt des Branntweinmonopolgesetzes nunmehr das Alkoholsteuergesetz. Was ändert sich konkret?

Antwort:

Vielleicht haben Sie in den vergangenen Jahren auch schon einmal das Streuobst aus Ihrem Garten vergeistet. Oder Sie haben frische Aprikosen vom Markt zu Schnaps verarbeitet. Bisher durften Privatpersonen in Kleindestilliergeräten mit weniger als 500 Milliliter Fassungsvermögen selbst Schnaps brennen. So einfach ist das jetzt nicht mehr möglich.

Möchten Sie künftig selbst Schnaps herstellen, müssen Sie beim zuständigen Hauptzollamt eine Brennerlaubnis beantragen. Diese erhalten Sie aber nur unter strengen Voraussetzungen und nur, wenn das regionale Kontingent noch nicht ausgeschöpft ist. Sie müssen nämlich ein wirtschaftliches Bedürfnis nachweisen. Eine sogenannte Abfindungsbrennerei dürfen Sie nur betreiben, wenn Sie das genehmigte Kontingent von bis zu 50 Liter pro reinen Alkohol auch werden ausschöpfen können. Es müssen also entsprechend viel Obst oder andere destillierbare Stoffe anfallen.

Brennen Sie ohne Genehmigung als Privatperson weiterhin Ihren Hausschnaps, machen Sie sich wegen Brennens ohne Brennerlaubnis und wegen Steuerhinterziehung strafbar. Ihr altes Destilliergerät dürfen Sie zwar behalten, nutzen dürfen Sie es aber nicht mehr.

Wissen Sie nun nicht wohin mit Ihrem Streuobst? In bestimmten Bezirken in Süd- und Südwestdeutschland dürfen Sie Ihr Obst selbst in Abfindungsbrennereien verarbeiten. Dafür müssen Sie beim Hauptzollamt in Stuttgart eine Brenngenehmigung zur Nutzung der Fremdbrennerei beantragen. Und Sie müssen Alkoholsteuer auf Ihren selbstgebrannten Schnaps abführen. 

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Tags: Gesetze

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