Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie hier weitersurfen, erklären Sie sich damit einverstanden. > mehr erfahren
Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Warenkorb

Lockvögel im Internet

8.01.2018

Rechtsfrage des Tages:

Nicht nur im Handel vor Ort, auch in Online-Shops können besonders preiswerte Schnäppchen Kunden anlocken. Möchten Sie in Ihrem Online-Shop auch eine extrem günstige Kaffeemaschine oder deutlich reduzierte Markenpullover anbieten? Dann denken Sie an die Verfügbarkeit. Worauf genau müssen Sie achten?

Antwort:

An Schnäppchen-Angeboten können Sie als Verkäufer meist nur wenig verdienen. Sinn und Zweck solcher Werbeaktionen ist dabei vielmehr, die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich zu ziehen und diese zu binden. Aufpassen müssen Sie aber mit sogenannten Lockvogelangeboten.

Immer wieder müssen sich Ladenbesitzer wettbewerbsrechtlich verantworten. Werben Sie mit einem super Schnäppchen, müssen Sie auch eine gewisse Menge davon vorhalten. Ist das Angebot aber nach wenigen Minuten ausverkauft und soll eigentlich nur Kunden in den Laden locken, so stellt dies einen Verstoß gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) dar.

Nichts anderes gilt im Online-Handel. Zumindest müssen Sie Ihre Kunden besonders sorgfältig über die tatsächliche Verfügbarkeit informieren. Ein Online-Händler warb beispielsweise mit einem besonders günstigen E-Bike, obwohl dieses tatsächlich bereits ausverkauft war. Nach Bestellung durch den Kunden teilte er dies in einer Antwortmail mit und verwies auf die nächste Werbeaktion. Das Oberlandesgericht Hamm sah darin einen Wettbewerbsverstoß und gab dem abmahnenden Wettbewerber recht (Urteil vom 11.08.2015, Aktenzeichen 4 U 69/15).

Haben Sie also nur eine begrenzte Menge eines Produktes auf Lager, müssen Sie dies dem Kunden ausdrücklich mitteilen. Die Hinweise "limitierte Stückzahl" oder "nur wenige Exemplare auf Lager" reichen nach Ansicht der Gerichte dabei nicht aus. Insbesondere nach komplettem Ausverkauf müssen Sie dies in Ihrem Online-Angebot umgehend kenntlich machen.

Halten Sie nur sehr wenige Artikel vor, kann eine Produktwerbung unter Umständen sogar insgesamt unzulässig sein. So entschied beispielsweise das Oberlandesgericht Koblenz hinsichtlich beworbener Elektrogräte, die bereits vier Minuten nach Verkaufsbeginn im Online-Shop vergriffen waren (Urteil vom 02.12.2015, Aktenzeichen 9 U 296/15).

Permalink

Ähnliche Beiträge:

Handwerkerin mit Werkzeugkasten

Ins Ausland nur mit A1-Bescheinigung

25.03.2019

Rechtsfrage des Tages

Entsenden Sie Mitarbeiter für bis zu 24 Monate ins Ausland, müssen diese unter Umständen eine A1-Bescheinigung dabeihaben. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie hier.

Paragraph

.eu-Domainnamen und BREXIT

22.03.2019

Eigene Homepage

Der BREXIT steht kurz bevor. Über das wie und wann wird noch heftig gestritten. Wenn Sie selbst Besitzer einer Webseite mit dem Kürzel .eu sind und sich der Sitz Ihres Unternehmens oder Ihr Wohnsitz in England befindet, verlieren Sie möglicherweise bald den Zugriff.

Mann mit Handy am Laptop

E-Mail-Verteiler und Datenschutz

18.03.2019

Rechtsfrage des Tages

Per E-Mail können Sie gerade im gewerblichen Bereich schnell und unproblematisch viele Empfänger auf einmal erreichen. Allerdings heißt es dabei aufpassen. Ein Verstoß gegen das Datenschutzrecht ist schnell passiert. Hier erfahren Sie mehr.

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei