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Gefilmt auf der Piste

3.01.2020

Rechtsfrage des Tages:

Für viele Pistenflitzer ist es ein großes Vergnügen, die eigenen Abfahrten mit einer Helmkamera zu filmen. Dass dabei auch andere Skisportler gefilmt werden, lässt sich kaum vermeiden. Dürfen Sie fremde Leute auf der Piste einfach filmen?

Antwort:

Die Skisaison ist im vollen Gange und die Pisten füllen sich. Immer öfter montieren Skifahrer auf Ihren Helmen eine kleine Kamera. Bei rasanten Abfahrten lassen sich damit teilweise spektakuläre Filme drehen. Nutzt der Hobbyfilmer die Kamera aber nicht nur bei einsamen Tiefschneeabenteuern, nimmt er unweigerlich auch andere Skifahrer auf.

Rechtlich ist das bedenklich. Denn jeder Mensch hat das Recht zu entscheiden, ob er gefilmt oder fotografiert werden möchte oder nicht. Wer einen Film dreht, muss also jede aufgenommene Person nach dessen Einwilligung fragen. Rein praktisch ist das natürlich bei vollen Pisten nicht möglich. Allerdings sind die meisten Skifahrer mit Skihelm, Sturmmaske und Schneeanzug kaum zu identifizieren. Und erscheinen diese zudem nur als Randgeschehen und stehen nicht im Mittelpunkt der Aufnahme, bedarf es nach dem Kunsturhebergesetz auch keiner Erlaubnis.

Halten Sie hingegen nach einem Sturz drauf und filmen, wie der Gestürzte sich aus dem Schnee wühlt, so kann das Folgen für Sie haben. Zunächst kann der gefilmte Skifahrer verlangen, dass Sie das Video löschen. Veröffentlichen Sie dieses zudem im Internet, müssen Sie mit einer strafbewehrten Unterlassungserklärung und gegebenenfalls Schadensersatzforderungen rechnen. Außerdem machen Sie sich strafbar, wenn Sie andere Personen in Not oder einer peinlichen Situation filmen.


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