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Ausgrenzung

Numerus Clausus und Studienplatzvergabe

2.02.2018

Rechtsfrage des Tages:

"Wenn Du Dich anstrengst, kannst Du alles werden!" So versuchen Eltern seit Generationen ihre Kinder zu mehr Fleiß anzutreiben. Und tatsächlich sind gute Schul- und Abiturnoten der Schlüssel für die Erfüllung bestimmter Berufswünsche. Wie funktioniert die Studienplatzvergabe mit Numerus clausus?

Antwort:

Eigentlich hat in Deutschland jeder nach dem Grundgesetz Anspruch auf freie Ausbildungswahl und Zugang zu den Hochschulen. Voraussetzung ist natürlich, dass für ein Studium die formellen Voraussetzungen wie beispielsweise das Abitur vorliegen. Für manche Studienfächer gibt es aber viel mehr Bewerber als Studienplätze. Daher dürfen die Bundesländer oder Hochschulen zusätzliche Zulassungsbeschränkungen beantragen.

Wer Medizin, Tiermedizin oder Pharmazie studieren möchte, braucht in der Regel eine glänzende Abiturnote. Bei diesen zulassungsbeschränkten Studiengängen erfolgt die Vergabe der begehrten Studienplätze nach der der Note im Abitur, der Wartezeit und einer Auswahl der Universitäten.

Numerus clausus - kurz NC- steht für "begrenzte Zahl". Der angegebene NC-Wert gibt an, mit welcher Abiturnote Bewerber in der letzten Auswahlrunde sicher einen Studienplatz bekommen haben. Ob Bewerber sich aktuell mit dieser Note auf die Zusage eines Studienplatzes verlassen können, hängt von der Anzahl der Bewerber ab. Haben mehr angehende Studenten den NC-Wert erreicht als Studienplätze zur Verfügung stehen, kommt es auf die Wartezeit an.

Nach einem aktuellen Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist dieses Vergabeverfahren im Grunde auch nicht zu beanstanden (BVerfG, Urteil vom 19.12.2017, Aktenzeichen: 1 BvL 3/14 und 4/14). Allerdings bedarf es an manchen Stellen einer verfassungsrechtlichen Korrektur. So müsse die Zahl der Wartesemester begrenzt werden und die Abiturnoten im Auswahlverfahren über Landesgrenzen hinweg vergleichbar sein. Letztlich dürfe es einem Bewerber nicht zum Nachteil gereicht werden, dass er sich für höchstens sechs Studienorte entscheiden könne. Bis 2019 soll der Gesetzgeber nunmehr das Verfahren anpassen.

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