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Mann uriniert an Baum

Wildbieseln verboten!

1.02.2018

Rechtsfrage des Tages:

Nicht immer wenn die Blase drückt, ist auch eine Toilette in der Nähe. Dürfen Sie sich ausnahmsweise im Stadtpark erleichtern? Und gibt es ein Notdurftrecht?

Antwort:

Auch wenn es noch so eilig ist - Wildpinkeln ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Entleeren Sie Ihre Blase in der Öffentlichkeit, droht Ihnen ein Bußgeld. Und das kann richtig teuer werden. In manchen Städten können Sie mit bis zu 5.000 Euro zur Kasse gebeten werden.

Meist unterscheiden die Ordnungshüter nach den jeweiligen Umständen. Biesln Sie im Stadtpark versteckt in ein Gebüsch, können Sie mit einer Verwarnung davonkommen. Oder Sie müssen oft nur ein kleineres Bußgeld zahlen. Deutlich teurer wird es in der Regel, wenn Sie an eine Hauswand urinieren. Und über den Erlass eines Bußgeldes brauchen Sie gar nicht zu verhandeln, wenn Sie eine Kirche oder ein Denkmal als Toilette missbrauchen.

Doch was tun, wenn die Natur ihr Recht fordert? Ein Rechtsirrtum ist, dass es ein sogenanntes Notdurftrecht gibt. Dieses soll besagen, dass jeder im Notfall seine private Toilette zur Verfügung stellen müsse. Dem ist aber nicht so. Die Wohnung ist grundrechtlich geschützt. Nur in sehr schwerwiegenden Fällen darf in die Unverletzlichkeit der Wohnung eingegriffen werden. Der Toilettendrang gehört jedenfalls nicht dazu.

Ihnen wird also nichts anders übrigbleiben, als eine öffentliche Toilette zu suchen. Sicherlich können Sie auch in einem Restaurant oder einem Kaufhaus nach der Toilette fragen. Rechnen Sie dort aber damit, dass Sie für die Benutzung des stillen Örtchens einen Obolus entrichten müssen. Beispielsweise Gaststättenbetreiber können selbst bestimmen, wem sie zu welchen Bedingungen Zutritt zu ihren Sanitärräumen gewähren.

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