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Hände am Handy

Darf ich Gespräche aufnehmen?

17.04.2018

Rechtsfrage des Tages:

Ein Gespräch aufzuzeichnen, ist heutzutage kinderleicht. Ob einfach mit der Video-Funktion des Smartphones oder einer App - nahezu alles lässt sich problemlos aufnehmen. Aber dürfen Sie das überhaupt?

Antwort:

Ein, zwei Klicks und schon haben Sie den Inhalt eines Gesprächs für die Zukunft konserviert. So leicht diese Funktionen zu bedienen sind, so wenig sollten Sie diese nutzen. In der Regel ist das Mitschneiden von Gesprächen nämlich verboten. Sie können sich sogar strafbar machen. Schneiden Sie ein Gespräch mit, verletzten Sie meist das allgemeine Persönlichkeitsrecht Ihres Gesprächspartners und verstoßen gegen die Vertraulichkeit des Wortes.

Mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren müssen Sie rechnen, wenn Sie das nicht öffentlich gesprochene Wort auf einen Tonträger aufzeichnen. Gleiches gilt, wenn Sie eine solche Aufnahme benutzen oder Dritten zugänglich machen. Ausnahme: Alle Beteiligten des Gesprächs haben der Aufzeichnung vorher zugestimmt. Neben einer Strafe müssen Sie auch mit der Einziehung des verwendeten Geräts rechnen.

Vor Gericht können heimliche Gesprächsmitschnitte von wenigen Ausnahmen abgesehen als Beweis ohnehin nicht verwendet werden. Arbeitsrechtlich kann die Aufzeichnung eine fristlose Kündigung nach sich ziehen. Dies musste kürzlich ein Arbeitnehmer erfahren, der ohne das Wissen seines Vorgesetzen ein Personalgespräch mitgeschnitten hatte (Landesarbeitsgericht Hesse, Urteil vom 23.08.2017, Aktenzeichen: 6 Sa 132/17). Was hingegen nicht verboten ist: Ein Gespräch mündlich aus der Erinnerung wiederzugeben, sofern es keine Geheimhaltungsvereinbarung gibt.

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