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Vater mit Baby

Das dritte Geschlecht

19.04.2018

Rechtsfrage des Tages:

Wird ein Kind geboren, wird es im Geburtenregister eingetragen. Dabei muss es dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden oder ein Eintrag unterbleibt. Was wird sich bald für Intersexuelle ändern?

Antwort:

Auf die Frage nach der Gesundheit von Mutter und Kind, folgt nach einer Niederkunft fast unweigerlich die Frage nach dem Geschlecht des Nachwuchses. Dabei ist es keine große Seltenheit, dass Neugeborene weder dem einen noch dem anderen Geschlecht eindeutig zugeordnet werden können. Der Fachbegriff heißt Intersexuell und ist nicht mit Transsexualität zu verwechseln. Transsexuelle fühlen sich trotz eindeutiger Geschlechtszuordnung dem anderen Geschlecht zugehörig.

Das Bundesverfassungsgericht hat sich im letzten Jahr mit den Rechten intersexueller Personen auseinandergesetzt. Dabei hat es festgestellt, dass die derzeitigen Eintragungsmöglichkeiten im Geburtenregister gegen das Diskriminierungsverbot verstoßen und Betroffene in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzen (Beschluss vom 10.10.2017, Aktenzeichen 1 BvR 2019/16).

Möglich ist momentan nur die Eintragung als "männlich", "weiblich" oder "fehlende Angabe". Transsexuelle haben jedoch nach Ansicht der Verfassungsrichter Anspruch auf eine einheitliche positive Eintragungsmöglichkeit. Die relevanten Vorschriften im Personenstandsgesetz (PStG) sind mithin verfassungswidrig und müssen nun vom Gesetzgeber bis Ende des Jahres neu gefasst werden. Entweder wird eine dritte positive Möglichkeit der Geschlechtseintragung eingeführt werden. Vielleicht wird künftig aber auch ganz auf die Eintragung eines Geschlechts verzichtet werden.

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Tags: Gesetze

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