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Maibaum

Der geklaute Maibaum

30.04.2018

Rechtsfrage des Tages:

Insbesondere in Süddeutschland gehört der Maibaum fest zur Feier des ersten Tages des Wonnemonats. Tradition hat vielerorts auch, der Nachbargemeinde den Maibaum zu stibitzen. Ist das eigentlich strafbar?

Antwort:

Während im Harz die Hexen in der Walpurgisnacht auf den Brocken fliegen, werden überall im Süden die Maibäume aufgestellt. So manche Gemeinde muss aber vorher nach zäher Verhandlung und gegen Bezahlung mit Bier und Brotzeit den Maibaum erst bei der Nachbargemeinde auslösen. Der Maibaumklau gehört nämlich vielerorts zur Tradition dazu.

Um einen echten Diebstahl handelt es sich in der Regel nicht. Dieser Straftatbestand setzt nämlich eine auf Dauer angelegte Aneignungsabsicht voraus. Daran fehlt es, soll der Maibaum nach der Auslöse wieder herausgegeben werden. In Betracht kommen könnten juristisch eine Erpressung oder Nötigung. Aufgrund der Tradition und des Brauchtums wird aber nur in Ausnahmefällen von einer Drohung mit einem empfindlichen Übel auszugehen sein.

Wegen Hausfriedensbruch würden sich die "Maibaumdiebe" lediglich dann strafbar machen, wenn sie in ein befriedetes Besitztum eindringen. Gehört das Stibitzen des Maibaums zudem zur Tradition des Ortes, kann auch ein stillschweigendes Einverständnis vorliegen. Eine Strafbarkeit dürfte insgesamt eigentlich selten Thema sein. Halten sich die "Diebe" an die ungeschriebenen Gesetze des Brauchtums, dürften alle ihren Spaß haben. Die Grenze muss natürlich dort gezogen werden, wo jemand verletzt oder Sachen mutwillig beschädigt werden. Dann können nicht nur Ärger, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen drohen.


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