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Rauchen

Rauchen als Körperverletzung?

3.05.2018

Rechtsfrage des Tages:

Dass Rauchen ungesund ist, dürfte jedem heutzutage klar sein. Viele Leute entscheiden sich daher bewusst gegen die Glimmstängel. Was aber, wenn Sie von Rauchern in blauen Dunst gehüllt werden? Ist das eine Körperverletzung?

Antwort:

Nach dem Strafgesetzbuch macht sich strafbar, wer andere körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt. Ob sich ein Raucher strafbar macht, wenn er einen Nichtraucher Zigarettenqualm aussetzt, ist höchstrichterlich bisher nicht entschieden worden. Das Landgericht Bonn hat sich jedoch bereits mit einem solchen Fall befasst (Urteil vom 09.12.2013, Aktenzeichen 25 Ns 555 131/09 - 148/11). Dieses wertet das direkte Anrauchen ins Gesicht tatsächlich als Körperverletzung.

Grund sei die Vermischung der Atemluft mit Speichel und krebserregenden Stoffen aus dem Zigarettenrauch. Diese Rechtsprechung wird in der Fachwelt durchaus kritisch diskutiert. Auch beim Anhusten oder Anniesen würden Viren und Bakterien aus der Atemluft übertragen. Es würde aber zu weit gehen, selbst das aktive Anhusten als Körperverletzung einzustufen. Bleiben jedoch die gesundheitsschädlichen Bestandteile des Qualms. Dogmatisch ist dabei fraglich, ob kurzzeitiges Passivrauchen einen pathologischen Zustand hervorrufen oder steigern kann.

Letztlich sprechen verschiedene Argumente sowohl für als auch gegen eine Einstufung des Passivrauchens als Körperverletzung. Im Hinblick auf das Rauchen im Auto könnte auch an die Misshandlung Schutzbefohlener gedacht werden, sofern Kinder mitfahren. Entsprechende Urteile sind jedoch nicht bekannt. Nach wie vor wird auch in Deutschland diskutiert, das Rauchen im Auto zumindest mit einer Geldbuße als Ordnungswidrigkeit zu ahnden. Österreich hat den Jugendschutz gerade deutlich erweitert. Seit dem 1. Mai kostet es Autofahrer dort ein Bußgeld von 1.000 Euro, wenn beim Rauchen Kinder mit an Bord sind.

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