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Zugfahrt

Wenn der Zug überfüllt ist

8.05.2018

Rechtsfrage des Tages:

Ist der Zug überfüllt, kann eine Bahnfahrt zur Tortur werden. Ab wann gilt aber ein Zug als überfüllt? Und dürfen Fahrgäste in die 1. Klasse ausweichen?

Antwort:

Können Sie keinen Sitzplatz mehr buchen, dürfen Sie Ihre Fahrt mit der Bahn dennoch antreten. Denn auch das Stehen ist in ICE und Co. im Gegensatz zum Flugzeug erlaubt. In stark frequentierten Zügen kann es dann auch im Gang eng werden. Wirklich überfüllt ist ein Zug aber erst, wenn er mit mehr als 200 Prozent im Hinblick auf die Sitzplätze besetzt ist. Sind also alle Sitzplätze belegt und mehr Stehplätze besetzt als der Zug Sitzplätze aufweist, darf die Fahrt aus Sicherheitsgründen nicht weitergehen.

Auch wenn es verlockend sein mag, der überfüllten 2. Klasse durch Umzug in die 1. Klasse zu entkommen. Zulässig ist das nicht. Sowohl Stehplätze als auch Sitzplätze erfordern dort ein Ticket für die gehobene Klasse. Allerdings liegt es im Ermessen des Zugführers, zur Sicherheit der Fahrgäste die 1. Klasse für alle Fahrgäste freizugeben. Nach einer entsprechenden Durchsage können Sie sich also vielleicht doch über einen komfortablen Sitzplatz freuen.

Setzen Sie sich unaufgefordert ohne entsprechenden Fahrschein in die 1. Klasse, müssen Sie jedoch weder eine Strafe noch ein Bußgeld fürchten. Die Fahrt wird dann aber durchaus teurer. Der Kontrolleur wird von Ihnen nämlich die Differenz zwischen dem gezahlten Fahrpreis und dem der 1. Klasse verlangen.

 

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