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Handwerker planen Projekt

Kostenvoranschlag: Darf er was kosten?

10.09.2018

Rechtsfrage des Tages:

Im Handwerk ist es üblich, dass Kunden vor größeren Aufträgen zunächst eine Kalkulation der Kosten wünschen. Die Erstellung von Kostenvoranschlägen gehört damit zum täglichen Geschäft von Werkstätten, Elektrikern und Malerbetrieben. Darf dieser etwas kosten?

Antwort:

Bevor Ihre Kunden Ihnen einen kostspieligen Auftrag erteilen, möchten sie meist ein verbindliches Angebot vorliegen haben. Üblich ist die Erstellung eines Kostenvoranschlags. Und der soll am besten nichts kosten. Sie hingegen investieren Zeit und Arbeitskraft in die Kalkulation. Entsprechend ist Ihr Interesse ebenso nachvollziehbar, einen Kostenvoranschlag auch vergütet zu bekommen. Umso mehr, als dass der Kunde sich auch noch gegen einen Auftrag entscheiden kann.

Die gesetzliche Regelung finden Sie in § 632 Absatz 3 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), in der von einem "Kostenanschlag" die Rede ist. Dort heißt es, dass im Zweifel keine Vergütung geschuldet wird. Für Sie bedeutet dies, dass Sie die Bezahlung des Kostenvoranschlags ausdrücklich vereinbaren sollten. Sie schließen also mit dem Kunden einen eigenen, kostenpflichtigen Vertrag über die Erstellung des Angebots.

Nicht ausreichend ist es hingegen, wenn Sie die Kosten lediglich in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) verstecken. Solche Klauseln erachten die Gerichte als überraschend und damit unwirksam. Besprechen Sie mit Ihrem Kunden also explizit, wie viel Sie für den Kostenvoranschlag verlangen. Aus Beweisgründen ist eine schriftliche Vereinbarung sinnvoll. Es gibt aber auch eine Ausnahme. Ist die Vergütung eines Kostenvoranschlags branchenüblich, brauchen Sie keine konkrete Vereinbarung zu treffen. Dies ist beispielsweise im Kfz-Bereich für die Reparatur eines Fahrzeugs der Fall.

 

Hier geht es zum passenden Rechtsschutz für Selbständige: D.A.S. Rechtsschutz für Selbständige und Unternehmer;D.A.S. Rechtsschutz für Heilberufe, D.A.S. Rechtsschutz für Landwirte .

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