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Helmkamera

Helmkameras auf der Piste

2.01.2017

Rechtsfrage des Tages:

Im letzten Skiurlaub hatten viele Skifahrer eine Kamera auf ihrem Helm montiert. Ich möchte aber eigentlich nicht, dass mich fremde Menschen aufnehmen. Dürfen fremde Leute mich einfach auf der Piste filmen?

Antwort:

Die Skisaison hat begonnen und viele Sportbegeisterte fahren wieder die verschneiten Pisten hinunter. Tatsächlich nimmt seit einiger Zeit die Zahl der Helmkameras zu. Bei rasanten Abfahrten lassen sich teilweise spektakuläre Filme damit drehen. Nutzt der Hobbyfilmer die Kamera nicht nur bei einsamen Tiefschneeabenteuern, nimmt er unweigerlich auch andere Skifahrer mit auf.

Eigentlich braucht er tatsächlich dafür die Einwilligung der aufgezeichneten Personen. Rein praktisch ist das natürlich bei vollen Pisten nicht möglich. Möchten Sie aber nicht gefilmt werden, können Sie tatsächlich die Löschung des Filmes verlangen. Bedenken Sie jedoch folgendes. Wedeln Sie mit Skihelm, Sturmmaske und Schneeanzug über die Piste, sind Sie im Zweifel kaum zu identifizieren. Auch wenn Sie nicht im Mittelpunkt der Aufnahme stehen, sondern nur am Rande neben der Landschaft erscheinen, werden Sie gegen die Aufnahme häufig kaum etwas sagen können.

Vergleichbar ist dies beispielsweise mit Fotos von Baudenkmälern. Bei einem Städtetrip werden Sie kaum vermeiden können, dass neben dem Eifelturm auch fremde Personen mit auf Ihren Urlaubsfotos auftauchen. Diese brauchen Sie nicht um Erlaubnis zu fragen, sofern Sie nur Beiwerk sind. Etwas anderes ist es natürlich, wenn Sie beim Skifahren gezielt gefilmt werden. Haben Sie das Gefühl, ständig von einer Helmkamera verfolgt zu werden, können Sie sich dies verbitten. Oder Sie werden bei einem spektakulären Sturz gefilmt und die Helmkamera dokumentiert Ihre Versuche, sich aus dem Schnee zu wühlen. In diesem Fall können Sie den Filmer auffordern, das Video zu löschen.

Entdecken Sie nach Ihrem Urlaub ein solches Video im Internet, können Sie einen Unterlassungsanspruch haben. Die Veröffentlichung und Verbreitung von Bild- und Videoaufnahmen ist nämlich nur mit der Zustimmung des Abgebildeten zulässig. Hält sich der Filmer nicht daran, können Sie eine strafbewehrte Unterlassungserklärung und die Entfernung des Videos aus dem Internet verlangen. Daneben kann Ihnen sogar ein Schadensersatzanspruch zustehen. 

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