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Rabattaktion: Mehrwertsteuer geschenkt?

9.01.2017

Rechtsfrage des Tages:

Viele Geschäfte werben gerade wieder damit, Kunden die Mehrwertsteuer zu erlassen. Kann denn ein Geschäft überhaupt über eine solche Steuer entscheiden?

Antwort:

Die in Deutschland erhobene Mehrwertsteuer ist eine Endverbrauchersteuer. Erwerben Verbraucher Waren oder Dienstleistungen, müssen sie darauf die Mehrwertsteuer zahlen. Der Verkäufer führt diese dann an den Staat ab. Es gibt den Mehrwertsteuersatz von 19% und einen ermäßigten von 7 % beispielsweise für Bücher und Lebensmittel. Manche Leistungen wie die eines Arztes sind umsatzsteuerbefreit. Unternehmen sind aber nicht frei in ihrer Entscheidung, ob sie Mehrwertsteuer erheben oder nicht.

Verkauft zum Beispiel ein Möbelhaus an Privatkunden ein Sofa, so ist im Preis auch immer die Mehrwertsteuer enthalten. Diese führt das Unternehmen im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung an den Staat ab. Und daraus ergibt sich schon die Antwort. Kein Verkäufer kann seinem Kunden die Mehrwertsteuer erlassen. Sie werden auf Ihrem Kassenbon also trotzdem die Mehrwertsteuer ausgewiesen finden. Vielmehr handelt es sich um einen schmissigen Werbeslogan. Und tatsächlich beträgt der Rabatt oft nicht 19% sondern etwa 16%.

Hierzu ein Beispiel: Sie möchten einen schicken Stuhl kaufen, der eigentlich 119 Euro kostet. Die Rabattaktion verspricht Ihnen den Erlass der Mehrwertsteuer von 19%. An der Kasse sollen Sie dann 100 Euro bezahlen. Sind Sie der Meinung, Sie hätten 19% gespart? Dann rechnen Sie mal nach. Bei einem Nachlass von 19% müsste der Stuhl eigentlich 96,39 Euro kosten.

Schauen Sie sich die Angebote mal genau an. Der angepriesene Rabatt beträgt in der Regeln etwa 16%. Dies ist der Betrag, den Sie vom Bruttopreis abziehen müssen. Rechnen Sie dann auf den sich ergebenden Nettopreis die Mehrwertsteuer von 19% wieder drauf, kommen Sie wieder auf den Anfangspreis. Zu kompliziert? Im Beispiel wird der Stuhl statt für 119 Euro für 100 Euro angeboten. Dies entspricht einem Nachlass von 19 Euro, also rund 16 %. Rechnen Sie nun auf 100 Euro wieder 19% Mehrwertsteuer drauf, kommen Sie wieder auf den ursprünglichen Preis von 119 Euro.

Natürlich kann der Rabatt trotzdem ein Schnäppchen für Sie bedeuten. Rechnen Sie aber vor Ihrem Einkaufsbummel ruhig einmal nach, ob der Nachlass sich tatsächlich lohnt. Und Steuern sparen Sie trotz eines günstigen Einkaufs auf keinen Fall.

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Tags: Vertrag

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