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Fitnessstudio

Sport gegen Winterspeck

5.01.2017

Rechtsfrage des Tages:

Das Essen zu Weihnachten war wieder üppig. Jetzt möchte ich endlich mehr Sport machen. Das Training in einem Fitnessstudio wäre für mich eine gute Alternative zum Joggen. Was muss ich bezüglich des Vertrages beachten?

Antwort:

Im Fernsehen häufen sich die Werbefilme für Sportstudios und Fitnessprogramme. Nicht ohne Grund. Viele Leute fassen als guten Neujahrsvorsatz den Plan, mehr Sport zu treiben. Und nicht jeder ist für eine einsame Joggingrunde gemacht. Ein Fitnessstudio kann Ihnen tatsächlich zum Erfolg verhelfen. Da die Motivation aber nicht selten recht schnell wieder nachlässt, sollten Sie sich nicht überstürzt in eine lange Vertragsbindung stürzen.

Beginnen sollten Sie mit einem Probetraining. So können Sie testen, ob Ihnen das Sportprogramm und die Atmosphäre im Studio gefallen. Sind Sie überzeugt, sollten Sie sich genau bezüglich der vertraglichen Bedingungen erkundigen. Viele Fitnessstudios bieten günstige Mitgliedschaften an, die allerdings eine lange Vertragslaufzeit haben. Vielleicht testen Sie zunächst Ihre Beharrlichkeit mit einem Kurzabo oder einer Zehnerkarte. Auch wenn dies etwas teurer ist.

Nach der Rechtsprechung sind Vertragsbindungen von bis zu zwei Jahren zulässig. Allgemeine Vertragsklauseln mit einer längeren Laufzeit als 24 Monate können hingegen unwirksam sein. Für zwei Jahre können Sie sich aber zulässig binden. Bedenken Sie, dass eine vorzeitige ordentliche Kündigung des Vertrages in aller Regel nicht möglich ist. Haben Sie keine Lust mehr auf Ihr Fitnessprogramm, müssen Sie trotzdem die Beiträge bis zum Ende der Vertragslaufzeit zahlen. Selbst wenn Sie keine Leistungen mehr in Anspruch nehmen. Eine außerordentliche Kündigung ist hingegen stets möglich. Vertraglich kann dies auch nicht ausgeschlossen werden.

Wird Ihre Motivation beispielsweise durch eine Erkrankung gebremst, können Sie unter Umständen den Vertrag außerordentlich kündigen. Ein leichter Schnupfen reicht dafür natürlich nicht aus. Haben Sie sich aber das Knie schwer verletzt und dürfen auf Dauer nur begrenzt Sport betreiben, darf Ihnen die Kündigung nicht verwehrt werden. Gut zu wissen: Als Nachweis darf das Studio kein ärztliches Attest verlangen, in dem Art und Ausmaß Ihrer Erkrankung genau benannt sind. Eine Bescheinigung Ihres Arztes über eine bestehende Sportunfähigkeit sollten Sie der Kündigung aber schon beifügen. Ist die Erkrankung vorübergehend, kann der Vertrag für diese Zeit ausgesetzt werden. Bei dauerhafter Sportunfähigkeit steht einer kurzfristigen Beendigung des Vertrages nichts im Wege.

Vertrag mit Überlegungsfrist? Solche Verträge werden Sie in Sportstudios kaum finden. Grundsätzlich kann das Fitnessstudio Ihnen zwar vertraglich ein Widerrufsrecht zugestehen. Dies ist aber eher unüblich. Und ein gesetzliches Widerrufsrecht steht Ihnen nur zu, wenn Sie den Vertrag telefonisch oder per Internet abgeschlossen haben. Haben Sie Ihren Vertrag hingegen nach dem Probetraining direkt vor Ort unterzeichnet, haben Sie kein 14-tägiges Widerrufsrecht.

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Tags: Sport

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