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Heizkörper

Ab wann muss die Heizung laufen?

12.10.2016

Rechtsfrage des Tages:

Da es in unserer Wohnung sehr kalt ist, haben wir unseren Vermieter aufgefordert, endlich die Heizung anzustellen. Schließlich hat ja auch die Heizperiode wieder begonnen. Er meinte, es werde bestimmt noch einmal wieder warm. Außerdem gäbe es keine verbindliche Heizperiode. Stimmt das?

Antwort:

Eine gesetzlich festgelegte Heizperiode existiert tatsächlich nicht. In der Regel wird der Zeitraum von Oktober bis April als Heizperiode bezeichnet. Vielleicht finden Sie in Ihrem Mietvertrag auch eine entsprechende Regelung. Davon unabhängig haben Sie als Mieter Anspruch auf eine warme Wohnung. In verschiedenen Urteilen habe die Gerichte entschieden, dass tagsüber eine Temperatur von 20 bis 22  Grad Celsius in den Wohnräumen erreicht werden muss. Im Schlafzimmer und den Fluren darf es auch etwas kühler sein. In der Nacht darf Ihr Vermieter die Heizung absenken. Temperaturen unter 17 bis 18 Grad Celsius müssen Sie dann allerdings auch nicht akzeptieren.

Und keine Sorge. Hat Ihr Vermieter in Ihrem Mietvertrag eine geringere Mindesttemperatur festgelegt, können Sie diese Vertragsklausel getrost ignorieren. Eine solche formularmäßige Vereinbarung wäre unwirksam. Ihr Vermieter hat insofern Recht, als dass er sich nicht stoisch an eine bestimmte Heizperiode halten muss. Allerdings nicht mit der Folge, dass er trotz herbstlicher Kühle Heizkosten sparen kann. Vielmehr muss er unter Umständen sogar im Sommer die Heizung in Betrieb nehmen. Er ist zwar auch nicht unbedingt verpflichtet, am ersten kühlen Tag sofort die Heizung anzustellen. Fällt aber die Zimmertemperatur in Ihren Wohnräumen unter 18 Grad Celsius ist keine Zeit mehr für Abwarten.

Die Heizperiode können Sie insofern eher als Empfehlung und Richtschnur verstehen. Die Raumtemperatur können Sie übrigens am besten etwa einen Meter über dem Boden messen. Haben Sie schon Eiszapfen an der Nase, machen Sie ein Foto mit Datum vom Thermometer. Mit diesem Bild sollten Sie Ihren Vermieter auffordern, umgehend die Heizung in Betrieb zu nehmen. Reagiert er nicht, setzen Sie ihm eine Frist. Diese muss angemessen sein. Da aber die Inbetriebnahme der Heizung nicht mehrere Tage dauert, brauchen Sie keine weiteren zwei Wochen auf eine warme Wohnung zu warten. Ignoriert Ihr Vermieter dann trotzdem noch Ihr Bibbern, können Sie die Miete mindern.

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Tags: Mietrecht

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