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Blick aus Flugezug

Geboren über den Wolken

19.10.2017

Rechtsfrage des Tages:

Sicherlich passiert es nicht oft, dass ein Kind in einem Flugzeug das Licht der Welt erblickt. Ab und zu kommt es dennoch vor. Befindet sich der Flieger über dem Ozean oder einem anderen Land, stellt sich die Frage nach der Staatsangehörigkeit des Kindes.

Antwort:

In Betracht kommen kann die Staatsangehörigkeit der Eltern, die des überflogenen Landes oder die der Fluggesellschaft. Hat das Kind deutsche Eltern, so ist dem Nachwuchs zunächst die deutsche Staatsangehörigkeit sicher. Ein Kind ist automatisch deutsch, wenn mindestens ein Elternteil deutscher Staatsbürger ist.

Auf die Landeszugehörigkeit der Fluggesellschaft kommt es nur an, wenn das Flugzeug sich in exterritorialem Gebiet befindet. Das kann der Fall sein, wenn das Kind mitten über dem offenen Atlantik geboren wird. Überfliegt die Maschine gerade ein Land, spielt es keine Rollen, wo sie registriert ist.

Ob sich das Kind über eine weitere Staatsangehörigkeit freuen kann, kommt dann auf das überflogene Land an. 190 Länder haben sich mittlerweile dem Chicagoer Abkommen angeschlossen, dass die internationale Zivilluftfahrt regelt. Dort ist unter anderem die ausschließliche Lufthoheit des jeweiligen Mitgliedsstaates in seinem Luftraum vereinbart.

Bei einer Geburt über der Schweiz würde also beispielsweise das Schweizer Recht gelten. Bei einem Flug über Großbritannien gilt britisches Recht. Ob dies zu einer doppelten Staatsbürgerschaft führt, kommt dann wiederum auf das jeweilige Staatsangehörigkeitsrecht des Landes an. Entscheidend ist das sogenannte Geburtsortprinzip.

Wird das Kind beispielsweise über New York geboren, gilt es als amerikanischer Staatsbürger. Als Geburtsort wird meistens die Stadt angegeben, in der Mutter und Kind nach der Luftgeburt landen. Vergleichbare Regelungen gelten übrigens auch für Kinder, die sich eine Seereise oder Kreuzfahrt als Start ins Leben ausgesucht haben.

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Tags: Flug Kinder

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