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Online-Shopping

Online-Ticket: Kann ich widerrufen?

21.10.2016

Rechtsfrage des Tages:

Ich habe letzte Woche online eine Konzertkarte gekauft. Jetzt habe ich festgestellt, dass ich an dem Termin gar keine Zeit habe. Kann ich den Kauf widerrufen?

Antwort:

Der Online-Einkauf gehört in vielen Lebensbereichen mittlerweile zum Alltag. Sie können Ware bestellen, diese prüfen und bei Nichtgefallen zurückschicken. Ob Kleidung, Elektronik oder Lebensmittel - der Phantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Und natürlich nutzen viele auch den bequemen Service, für Konzerte, Festivals oder andere Veranstaltungen Tickets online zu erwerben. Als Verbraucher steht Ihnen beim Online-Kauf in vielen Fällen ein Widerrufsrecht zu. Voraussetzung ist, dass Sie von einem Unternehmer über das Internet oder per Telefon kaufen. Beim Kauf von Privat können Sie sich nicht auf das gesetzliche Widerrufsrecht berufen.

Daneben kennt das Gesetz noch weitere Ausnahmen. Beispielsweise der Kauf von Zeitungen oder Zeitschriften über das Internet kann nicht widerrufen werden. Gleiches gilt für leicht verderbliche Lebensmittel und Ware, die nach Kundenwünschen angefertigt wurde. Und auch zum Thema Online-Ticket finden Sie im Gesetz Ausnahmen. Nach Paragraf 312g Absatz 2 Nummer 9 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) besteht kein Widerrufsrecht für Verträge im Zusammenhang mit Freizeitbestätigungen. Allerdings gilt dies nur, wenn im Vertrag ein bestimmter Termin oder abgrenzbarer Zeitraum für die Leistungserbringung vereinbart wurde.

Haben Sie sich also eine Karte für ein Rockkonzert am 30.11.2016 gekauft, bleiben Sie auf Ihrem Ticket sitzen. Ein Widerruf ist ausgeschlossen. Auch die Karten für ein bestimmtes Fußballspiel oder eine Varieté-Show an einem spezifischen Datum müssten Sie behalten. Anders kann der Fall liegen, wenn Sie Karten für eine Veranstaltung ohne festen Termin gekauft haben. Ein Beispiel wäre ein Gutschein für eine Ballonfahrt, der innerhalb eines Jahres eingelöst werden kann. Dann kommt es für einen wirksamen Widerrufs aber darauf an, wie lange der Zeitraum ist.

Die Gerichte schauen darauf, ob der Veranstalter bereits Vorbereitungen für das Event treffen musste. Würde er durch den Widerruf unverhältnismäßige Nachteile erleiden, dürften Sie wiederum nicht widerrufen. Beim Beispiel der Ballonfahrt stünden Ihre Chancen aber vermutlich nicht schlecht. So entschied zumindest das Amtsgericht Hamburg in einem vergleichbaren Fall. Übrigens: Als Privatperson dürfen Sie das Ticket weiterverkaufen. Die in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen in Aussicht gestellten Sanktionen sind häufig nicht durchsetzbar. Dies gilt zumindest für nicht personenbezogene Ticket. Ist Ihre Eintrittskarte hingegen personalisiert, also mit Ihrem Namen versehen, ist ein Weiterverkauf nicht so ohne weiteres möglich.

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Tags: Vertrag

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