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Vorbereitung einer OP

Organspende: Einwilligung oder Ablehnung?

2.10.2018

Rechtsfrage des Tages:

Die Organspende ist ein sensibles Thema. Dennoch ist es wichtig, sich mit der Frage einer Organspende auseinanderzusetzen. Aktuell wird in der Politik eine Kehrtwende zur Widerspruchslösung diskutiert. Was gilt derzeit?

Antwort:

Viele Menschen warten bei uns sehnsüchtig auf ein Spenderorgan. Für nicht wenige geht es dabei um Leben und Tod. Leider gibt es deutlich zu wenig Spenderorgane. Derzeit gilt in Deutschland die sogenannte Entscheidungslösung. Die Entnahme eines Spenderorgans ist nur zulässig, wenn der Spender ausdrücklich eingewilligt hat. Hat er keinen Spenderausweis und kann nicht mehr zu seinem Willen befragt werden, müssen Ärzte den mutmaßlichen Willen des Betroffenen erforschen. Dazu können sie auch Angehörige befragen.

In vielen anderen Ländern gilt die Widerspruchslösung. Beispielsweise in Frankreich, Österreich oder Polen ist die Organentnahme immer dann zulässig, wenn der Verstorbene nicht ausdrücklich widersprochen hat. Daneben gibt es noch Varianten wie die Widerspruchslösung mit Einspruchsrecht. In Belgien können zum Beispiel Angehörige einer Organentnahme widersprechen, wenn der potentielle Spender zu Lebzeiten keine Entscheidung getroffen hat.

Deutsche Politiker diskutieren derzeit, ob auch in Deutschland die Widerspruchslösung eingeführt werden soll. Dies würde bedeuten, dass jeder angehalten ist, sich aktiv mit dem Thema zu befassen. Ob und wann die Voraussetzungen für eine Organspende in Deutschland geändert werden, ist nicht klar. Wichtig ist aber, dass auch bei einem möglichen Wandel zur Widerspruchslösung eine Organspende immer freiwillig bleibt. Niemand kann dazu gezwungen werden.

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