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Mann mit Geld

Plötzlich reich: falsche Überweisung

4.10.2017

Rechtsfrage des Tages:

Häufig ist der Blick auf den eigenen Kontostand nicht unbedingt erfreulich. Allerdings kann es immer mal vorkommen, dass eine falsche Überweisung Ihrem Konto gutgeschrieben wird. Oder jemand hat sich beim Überweisungsbetrag vertippt. Müssen Sie zu viel oder falsch überwiesenes Geld zurück überweisen?

Antwort:

Landet ein mehr oder weniger hoher Geldbetrag fälschlich auf Ihrem Konto, kann die Versuchung groß sein. Wer würde sich nicht über einen unverhofften Geldsegen freuen. Tatsächlich dürfen Sie das Ihnen nicht zustehende Geld aber nicht behalten. Sie sind nämlich ungerechtfertigt bereichert.

Nach § 812 Absatz 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) sind Sie zur Herausgabe verpflichtet, haben Sie etwas ohne rechtlichen Grund erlangt. Es nützt Ihnen auch nichts, das Geld schnell abzuheben und auszugeben. Theoretisch können Sie sich dann zwar auf eine sogenannte Entreicherung berufen - das Geld ist ja tatsächlich weg. Wussten Sie aber oder hätten Sie wissen müssen, dass Ihnen das Geld nicht zusteht, können Sie sich auf die Entreicherung nicht berufen.

Wenig nützt es Ihnen zu behaupten, Sie hätten die Fehlüberweisung gar nicht bemerkt. Gerade bei höheren Beträgen wird Ihnen ein Gericht kaum glauben schenken. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Celle sind Sie sogar verpflichtet, Ihren Kontostand regelmäßig auf seine Richtigkeit zu überprüfen (Urteil vom 08.06.2005, Aktenzeichen: 3 U 11/05). Schauen Sie wochenlang nicht auf Ihre Kontoauszüge und übersehen Sie eine falsche Überweisung, kann die Bank sogar einen Schadensersatzanspruch geltend machen. Sie hätten dann nämlich Ihre Sorgfaltspflicht gegenüber Ihrer Bank verletzt.

Entdecken Sie also einen unverhofften Geldsegen, sollten Sie sich mit Ihrer Bank in Verbindung setzen. Dort erfahren Sie, wie das Geld wieder zurück transferiert werden kann.

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Tags: Bank Geld

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