Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie hier weitersurfen, erklären Sie sich damit einverstanden. > mehr erfahren
Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Mädchen mit Meerschwein

Wenn Kinder Haustiere kaufen

27.10.2017

Rechtsfrage des Tages:

Es gibt nur wenige Kinder, die sich nicht sehnlichst ein Haustier wünschen. Ob Hamster, Wellensittich oder Hund - einem tierischen Freund fürs Leben kann kaum ein Kind widerstehen. Doch wie reagieren Sie, wenn Ihr Nachwuchs ohne zu fragen ein Meerschweinchen oder eine Wüstenspringmaus kauft?

Antwort:

Tiere sind keine Sachen, werden aber nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch in der juristischen Betrachtung den Sachen gleichgestellt. Daher kommt es zunächst auf das allgemeine Kaufrecht an. Kinder sind bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres geschäftsunfähig. Dies bedeutet, dass Sie ohne Ihre Einwilligung keine wirksamen Verträge abschließen können.

Kommt Ihr Kind trotzdem mit einem neuen Haustier allein aus der Zoohandlung zurück, ist der Kaufvertrag schwebend unwirksam. Sie können als Erziehungsberechtigte nun diesen Vertrag genehmigen oder auch ablehnen. Je nach Ihrer Entscheidung muss der Verkäufer das Tier zurücknehmen und Ihnen das Geld erstatten. Oder Sie können sich über ein neues Familienmitglied freuen.

Kinder und Jugendliche zwischen dem 7. und dem 18. Geburtstag sind beschränkt geschäftsfähig. Einzelne Geschäfte dürfen sie tatsächlich ohne die Zustimmung der Eltern vornehmen. Insbesondere nach dem Taschengeldparagraf können sie das ihnen zur freien Verfügung überlassene Geld nach eigenem Gutdünken verwenden. Die Eltern haben nur ein Mitspracherecht, wenn sich die Verträge nicht mehr in einem vernünftigen Rahmen bewegen.

Meint Ihr 14-Jähriger nun aber, er könne sich von seinem Taschengeld weiße Mäuse kaufen, hat er die Rechnung ohne das Tierschutzgesetz (TierSchG) gemacht. Nach § 11 c TierSchG dürfen nämlich Wirbeltiere an Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres nur mit Einwilligung der Eltern verkauft werden.

Unabhängig von den gesetzlichen Vorschriften sollten Sie Ihrem Nachwuchs klarmachen, dass die Anschaffung eines Haustieres wohl überlegt sein sollte. Die damit verbundene Verantwortung für ein Lebewesen sollte von allen Familienmitgliedern gemeinsam übernommen werden. Und so überrascht Sie Ihr Kind vielleicht nicht ohne Erlaubnis mit einem tierischen Kameraden.

Permalink

Tags: Tiere

Ähnliche Beiträge:

Papagei

Wenn Tiere bestellen

8.01.2019

Rechtsfrage des Tages

Eine Kaffeemaschine, die selbsttätig Kaffeebohnen ordert, gehört schon zur Realität eines Smarthomes. Jetzt soll sogar schon ein Haustier über einen Voice Service im Internet shoppen gegangen sein. Hier erfahren Sie mehr zur rechtlichen Situation.

Mutter mit Kind und Katze_Hartzkom_150x150.jpg

Ein Haustier unterm Weihnachtsbaum

10.12.2018

Verbraucherinfos

Ein Hundewelpe, ein Katzenbaby oder ein süßes Kaninchen: Bei großen Kulleraugen unter dem Weihnachtsbaum geht für viele Kinder ein Traum in Erfüllung. Wer sich ein Haustier wünscht oder eines verschenken möchte, sollte sich aber vor dem Kauf über einige Dinge klar werden. Hier erfahren Sie mehr.

Hund mit Kindern

Tierischer Besuch

16.11.2018

Rechtsfrage des Tages

Bringen Ihre Gäste regelmäßig ihre Haustiere mit zum Besuch, kann sich der eine oder andere Nachbar womöglich daran stören. Hier erfahren Sie, ob Sie vierbeinige Gäste empfangen dürfen und wo die Grenzen sind.

D.A.S. Leistungsservice

D.A.S. Leistungsservice

Immer eine gute Idee, wenn Sie in Sachen Recht nicht weiterwissen: Rufen Sie an! Der D.A.S. Leistungsservice steht Ihnen als Rechtsschutz-Kunden gern unter der gebührenfreien Direktwahl 0800 3273271 zur Verfügung!

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei