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Girokonto

Girokonto: Pflicht?

28.11.2017

Rechtsfrage des Tages:

Immer wieder wird über die Abschaffung des Bargeldes diskutiert. Dennoch gibt es leidenschaftliche Verfechter der kartenlosen Bargeldzahlung. Müssen Sie eigentlich ein Girokonto haben? Oder können Sie schlicht aus Ihrem Sparstrumpf leben?

Antwort:

Rein rechtlich sind Sie tatsächlich nicht verpflichtet, bei einer Bank oder Sparkasse ein Konto einzurichten. Niemand kann Sie dazu zwingen. Allerdings ist es in unserer Gesellschaft schwierig, ohne ein Bankkonto zu agieren. Viele Geschäfte lassen sich kaum oder nur schwer ohne Konto abwickeln.

Die bis etwa Mitte der fünfziger Jahre übliche Lohntüte wurde weitestgehend durch Gehaltszahlungen per Überweisung ersetzt. Theoretisch könnten Sie nach wie vor Ihren Lohn als Barzahlung erhalten. Die praktische Abwicklung dieser Zahlungsart stellt aber gerade für große Betriebe einen kaum zu bewältigenden Aufwand dar. Dringen Sie in einem Bewerbungsgespräch auf eine monatliche Barzahlung, riskieren Sie vermutlich Ihre Chance auf eine Anstellung.

Auch im Bereich Wohnen ist das Bargeld als Zahlungsmittel nahezu vollständig verschwunden. Miete und Nebenkosten werden fast immer überwiesen, sei es per Einzelüberweisung, Einzug oder Dauerauftrag. Kosten für Strom und Gas müssen Sie auch meist überweisen, wobei manche Anbieter tatsächlich eine Barzahlung akzeptieren.

Letztlich werden Sie ohne Konto Probleme mit Ihren Versicherungen bekommen. Krankenkassen und Versicherungsunternehmen akzeptieren nur in Ausnahmefällen harte Münzen und knisternde Scheine. Insgesamt ist ein Leben ohne Girokonto heutzutage kaum mehr vorstellbar.

Ein Girokonto ist zwar nicht Pflicht, dennoch sollte jeder über eine Kontoeröffnung nachdenken. Tatsächlich haben Sie sogar Anspruch auf ein Girokonto auf Guthabenbasis. Für dieses Jedermann-Konto dürfen die Banken oder Sparkassen Ihnen weder Kontoführungsgebühren berechnen, noch dürfen sie einen Mindestgeldeingang zur Voraussetzung machen.

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Tags: Bank

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