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Mann im Krankenhaus

Klau in der Klinik

23.11.2016

Rechtsfrage des Tages:

Meine Mutter ist seit einigen Tagen im Krankenhaus. Ihr Handy hatte sie in den Nachtschrank gelegt. Gestern war es plötzlich verschwunden. Haftet die Klinik für den Diebstahl?

Antwort:

Ein Klinikaufenthalt macht selten Freude. Aus verständlichen Gründen möchten die wenigsten Patienten dann auch noch auf gewisse Annehmlichkeiten verzichten. Daher nehmen sie häufig nicht nur die notwendigen Gegenstände wie Brillen, Hörgeräte oder Prothesen mit. Für die Ablenkungen haben viele Patienten auch Handys, MP3-Player oder Tablets dabei. Auch das Portemonnaie mit Bargeld und Kreditkarten fehlt nur selten. Als Patient sind Sie allerdings kaum in der Lage, wertvolle Gegenstände im Krankenhauszimmer sicher zu verstauen oder dauerhaft zu überwachen. Das Zimmer lässt sich in aller Regel ebenso wenig abschließen wie der Beistelltisch. Sind Sie dann einmal nicht vor Ort, können sich Dritte unbemerkt Zutritt verschaffen. Zwar bieten die meisten Krankenhäuser die Möglichkeit, Wertgegenstände in der Verwaltung verwahren zu lassen. Doch da dann weder Handy noch Tablet verfügbar sind, könnten Sie die Sachen genauso gut zu Hause lassen.

Neben der Hauptleistungspflicht treffen ein Krankenhaus aber auch gewisse Nebenpflichten. Dazu gehört eine gewisse Obhutspflicht für Dinge, die vom Patienten mitgebracht werden. Grundsätzlich kommt eine Haftung zwar in Betracht. Die meisten Krankenhäuser schließen jedoch eine Haftung für Diebstahl unter bestimmten Voraussetzungen aus. Gehaftet wird meist nur, wenn Geld oder Wertgegenstände an der Rezeption in Verwahrung gegeben wurden. Verfügt Ihr Patientenzimmer über ein Wertfach, haftet das Krankenhaus häufig auch für daraus entwendete Gegenstände. Allerdings ist in diesen Fällen die Haftung meist auf 1.000 Euro begrenzt.

Etwas anders liegt die Sache bei notwendigen Gegenständen wie Brillen, Kleidung oder täglichen Gebrauchsgegenständen. Werden diese zerstört, beschädigt oder gehen verloren, haftet das Krankenhaus aus einer Nebenpflichtverletzung. Allerdings wird auch hier die Haftung in der Regel durch das Krankenhaus eingeschränkt. Ersatz wird nur geleistet, wenn Sie dem Klinikpersonal Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit nachweisen können.

Als Fazit sollten Sie also sehr genau überlegen, welche Gegenstände Sie zu einem geplanten Krankenhausaufenthalt unbedingt mitnehmen wollen. Vielleicht lassen Sie den teuren Designermantel lieber zu Hause und wählen eine einfache Jacke. Und haben Sie noch ein einfaches, altes Handy zu Hause hat, nehmen Sie dieses statt des teuren Smartphones mit.

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