Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Bezahlung

Lohnfortzahlung: Ersatzanspruch des Arbeitgebers

20.11.2017

Rechtsfrage des Tages:

Fällt ein Arbeitnehmer durch einen Unfall aus, bleibt nicht nur seine Arbeit liegen. Als Arbeitgeber sind Sie verpflichtet, für bis zu sechs Wochen den Lohn fortzuzahlen. Hat ein Dritter den Unfall verschuldet, hat Ihr Arbeitnehmer unter Umständen Anspruch auf Ersatz eines Verdienstausfalls. Können Sie als Arbeitgeber auch Schadensersatz fordern?

Antwort:

Wurde Ihr Arbeitnehmer beispielsweise durch einen unverschuldeten Autounfall verletzt, hat er Anspruch auf Schmerzensgeld, Schadensersatz und Kompensation eines Verdienstausfalls. Der Verdienstausfall setzt aber auch einen entsprechenden Schaden voraus. Während der Zeit der Lohnfortzahlung nach § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) entsteht ihm ein Verdienstausfall jedoch in der Regel höchstens für eingeplante Zuschläge für Spät-, Früh- oder Wochenenddienste.

Als Arbeitgeber müssen Sie hingegen Ihrem Angestellten den vollen Lohn und alle Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung weiterzahlen. Eigentlich sieht unser Schadensersatzrecht keinen Anspruch für nur mittelbar durch einen Unfall Geschädigte vor. Es gibt allerdings auch Fälle eines sogenannten gesetzlichen Forderungsübergangs.

Einen solchen Übergang finden Sie in § 6 EFZG. Könnte Ihr Arbeitnehmer gegenüber einem Dritten eigentlich einen Verdienstausfall geltend machen, würde der Schädiger durch Ihre Pflicht zur Entgeltfortzahlung besser stehen. Durch die Entgeltfortzahlung hat Ihr Arbeitnehmer faktisch keinen finanziellen Schaden durch seine Arbeitsunfähigkeit. Daher sieht das Gesetz vor, dass in diesem Fall der Anspruch von ihm auf Sie übergeht. Sie können selbst Schadensersatz vom Unfallgegner und dessen Haftpflichtversicherung verlangen. Und zwar unter anderem für das Bruttoarbeitsentgelt, den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, die übernommene Pauschallohnsteuer und die Arbeitgeberanteile zur vermögenswirksamen Leistung.

Im Ernstfall können Sie diesen Anspruch sogar selbst gerichtlich geltend machen. Damit Sie auch wissen, an wen Sie sich halten können, trifft Ihren Arbeitnehmer eine Mitteilungspflicht. Er muss Sie informieren, wenn er von einem Fremdverschulden ausgeht. Außerdem muss er Ihnen Name und Anschrift und soweit bekannt die Daten zur Haftpflichtversicherung des Schädigers mitteilen. 

Permalink

Tags: Unfall

Ähnliche Beiträge:

Erste Hilfe

Erste Hilfe: Was muss ich tun?

6.02.2018

Rechtsfrage des Tages

Wer Zeuge eines Unfalls wird, hat meist selbst zumindest einen ordentlichen Schreck. Dennoch ist Erste Hilfe außerordentlich wichtig und kann Leben retten. Was von Ihnen erwartet wird, erfahren Sie hier.

Rettungswagen

eCall: Neue Autos sollen Leben retten

30.01.2018

Rechtsfrage des Tages

Neue Fahrzeugmodelle müssen ab April mit einem eCall ausgestattet sein. Hier erfahren Sie, was sich dahinter verbirgt und wie die neue Technik künftig Menschenleben retten soll.

Autowaschanlage im Winter

Auf Eis ausgerutscht in der Autowaschbox: Wer haftet?

23.01.2018

Aktuelle Urteile

Auf einem Selbstbedienungs-Autowaschplatz müssen Kunden im Winter damit rechnen, dass sich durch das von ihnen selbst verursachte Spritzwasser Eis bildet. Sie können nicht erwarten, dass das Personal regelmäßig streut. Rutscht ein Kunde auf Eis aus, das sich durch das Waschen des eigenen Autos gebildet hat, haftet der Betreiber nicht. So entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice) das Oberlandesgericht Hamm. OLG Hamm, Az. 9 U 171/14

 

Rechtlicher Hinweis: Dies ist eine Information der ERGO Versicherung AG und dient Werbezwecken.

D.A.S. Leistungsservice

D.A.S. Leistungsservice

Immer eine gute Idee, wenn Sie in Sachen Recht nicht weiterwissen: Rufen Sie an! Der D.A.S. Leistungsservice steht Ihnen als Rechtsschutz-Kunden gern unter der gebührenfreien Direktwahl 0800 3273271 zur Verfügung!

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei