Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Zebrastreifen

Regeln am Zebrastreifen

8.11.2016

Rechtsfrage des Tages:

Eben ist mir auf einem Zebrastreifen fast ein Fahrradfahrer vors Auto gefahren. Ich hatte ihn nicht gesehen. Dürfen Fahrradfahrer eigentlich über einen Zebrastreifen fahren? Und was muss ich sonst noch beachten?

Antwort:

Sie werde staunen, wie viele Verkehrsregeln es rund um den Fußgängerüberweg gibt. Umgangssprachlich "Zebrastreifen" genannt, soll er Fußgängern zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr verhelfen. Fußgänger haben an einem Fußgängerüberweg sozusagen "Vorfahrt". Für Autofahrer bedeutet dies, dass sie vor solchen Überwegen besondere Vorsicht walten lassen müssen. Folgende wichtige Regeln sollten Sie kennen.

Fußgänger haben vor sämtlichem Straßenverkehr Vorrang. Nur für Schienenverkehr gilt dies nicht. Autofahrer müssen hingegen das Vorrecht gewähren. Auch Radfahrer auf der Straße müssen Fußgängern das Überqueren des Überweges ermöglichen. Will ein Spaziergänger erkennbar den Zebrastreifen überqueren, dürfen sie nur mit mäßiger Geschwindigkeit heranfahren und müssen gegebenenfalls anhalten. Auch Krankenfahrstühle und Rollstuhlfahrer haben auf dem Überweg Vorrecht. Anders sieht es bei Fahrradfahrern aus.

Möchte ein Radfahrer den Fußgängerüberweg fahrend überqueren, hat er kein Vorrecht vor dem Straßenverkehr. Dieses steht ihm nur zu, wenn er absteigt und schiebt. Grundsätzlich verboten ist es nicht, über einen Fußgängerüberweg mit den Rad zu fahren. Allerdings kann einem Radfahrer sogar eine Mitschuld angelastet werden, wenn er einfach mit seinem Rad auf den Zebrastreifen fährt und es zum Unfall kommt. Daher sollten Fahrradfahrer besser absteigen oder den Überweg radelnd wirklich nur passieren, wenn die Straße frei ist.

Autofahrer müssen auch das Überholverbot an Überwegen kennen. Und bei stockendem Verkehr dürfen sie den Zebrastreifen nicht blockieren, sondern müssen davor anhalten. Halten und Parken auf Fußgängerüberwegen sowie fünf Meter davor und dahinter sind verboten. Fahrradfahrer müssen auch darauf achten, ob der Zebrastreifen möglicherweise über den Radweg führt. Dann müssen Sie auch dort Fußgänger passieren lassen.

Ein Verstoß gegen diese Regeln kann richtig teuer werden. Die Bußgelder für den Autoverkehr beginnen bei fünf Euro, erreichen aber in vielen Fällen auch 120 Euro. Einen Punkt in Flensburg gibt es oben drauf. Begehen Sie den Verkehrsverstoß dann noch grob verkehrswidrig und rücksichtslos, können Sie sich sogar wegen Gefährdung des Straßenverkehrs gemäß Paragraf 315 c Absatz 1 Nummer 2. c) Strafgesetzbuch (StGB) strafbar machen. Besonders schwerwiegende Verkehrsverstöße an Fußgängerüberwegen gehören zu den sogenannten "sieben Todsünden des Straßenverkehrs". Dann droht Ihnen nicht nur eine Geldstrafe, auch Ihre Fahrerlaubnis wird in akuter Gefahr sein.

Permalink

Tags: Bußgeld

Ähnliche Beiträge:

Privatparkplatz

Besitzstörungsklage: Falsch parken in Österreich

30.08.2017

Rechtsfrage des Tages

Andere Länder, andere Sitten - und andere Rechtsbehelfe. Warum Sie in Österreich Privatparkplätze meiden sollten und was eine Besitzstörungsklage ist, erfahren Sie hier.

Smartphone

Handy ohne SIM-Karte: Im Auto verboten?

29.06.2017

Rechtsfrage des Tages

Darf ich oder darf ich nicht? Bei der Handynutzung im Auto lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Hier erfahren Sie, warum beim Autofahren ein wichtiger Unterschied zwischen MP3-Player und Smartphone besteht.

Rettungsdienst

Rettungsgasse richtig bilden

1.06.2017

Rechtsfrage des Tages

Wer nächstes Wochenende auf die Autobahn muss, braucht vermutlich viel Geduld. Wichtig im Stau ist es, eine Rettungsgasse zu bilden. Was seit Anfang des Jahres neu ist und wie Sie sich richtig verhalten, erfahren Sie hier.

D.A.S. Leistungsservice

D.A.S. Leistungsservice

Immer eine gute Idee, wenn Sie in Sachen Recht nicht weiterwissen: Rufen Sie an! Der D.A.S. Leistungsservice steht Ihnen als Rechtsschutz-Kunden gern unter der gebührenfreien Direktwahl 0800 3273271 zur Verfügung!

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei