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Organspendeausweis in Börse

Rund um die Organspende

3.11.2016

Rechtsfrage des Tages:

Meine Tochter möchte gern einen Organspendeausweis ausfüllen. Vorher möchte ich aber in Ruhe mit ihr darüber sprechen. Welche Informationen sind wichtig? Und ab welchem Alter kann ein solcher Ausweis gültig sein?

Antwort:

Organspende ist ein hochsensibles Thema. Für manche Menschen ist es eine Selbstverständlichkeit, Organe nach ihrem Tod anderen zur Verfügung zu stellen. Andere lehnen eine Organspende kategorisch ab. Beide Standpunkte müssen natürlich ohne Diskussion akzeptiert werden. Da auch in Deutschland eine erhebliche Zahl erkrankter Menschen auf ein Spenderorgan warten, sollte sich jeder zumindest einmal mit dieser Frage auseinandersetzen.

Haben Sie sich entschieden, im Falle Ihres Todes Organspender werden zu wollen, können Sie einen Organspendeausweis ausfüllen. Dort können Sie angeben, ob und welche Organe Sie zur Verfügung stellen wollen. Auch wenn Sie sich gegen eine Spende entschieden haben, sollten Sie sich dieses Papier zulegen. Der Ausweis schafft Klarheit. Dort können Sie nämlich auch Ihre Ablehnung zum Ausdruck bringen. Mit dem Ausweis haben Sie die Chance, die Wahrung Ihrer Persönlichkeitsrechte auch nach Ihrem Tod sicherzustellen. Haben Sie keinen Ausweis, müssen Ihre Angehörigen im Falle Ihres Hirntodes die Entscheidung allein treffen.

Einen Organspendeausweis bekommen Sie kostenlos bei vielen Apotheken und Ärzten. Auch Ihre Krankenkasse oder private Krankenversicherung kann Ihnen ein Exemplar zuschicken. Da es sich bei dem Ausweis nicht um ein amtliches Dokument handelt, wird der Ausweis nirgendwo registriert oder gespeichert. Sie können auch selbst einen Text verfassen. An die Ausweiskarte sind Sie nicht gebunden. Dann müssen Sie aber darauf achten, dass Ihre Erklärung eindeutig und verständlich ist. Und stecken Sie den Ausweis am Besten in Ihre Brieftasche. Dort kann er am Schnellsten gefunden werden.

Ab ihrem 16. Lebensjahr kann sich Ihre Tochter wirksam zu einer Organspende entscheiden. Ab 14 Jahren kann ein Jugendlicher einer Organspende widersprechen, sich jedoch nicht allein wirksam dazu bereit erklären. Ein Organspendeausweis ist übrigens für die Ärzte und auch die Angehörigen verbindlich. Sie müssen sich an Ihre Wünsche halten. Ändert sich Ihre Meinung, können Sie den Ausweis jederzeit ändern oder vernichten. Unterrichten Sie aber unbedingt Ihre Angehörigen über Ihre Entscheidung.

Geregelt finden Sie alles rund um die Organspende im Transplantationsgesetz. Übrigens ist gerade Anfang November 2016 eine neue gesetzliche Regelung in Kraft getreten. Im Transplantationsregister werden künftig alle Daten von Organspendern, Empfängern und Lebendspendern erfasst und bundesweit gebündelt. Natürlich nur mit Einwilligung der betroffenen Personen. Dadurch soll mehr Sicherheit und Transparenz geschaffen werden. Außerdem soll das System der Warteliste und Vergabe weiter verbessert werden.

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Tags: Organspende

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