Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie hier weitersurfen, erklären Sie sich damit einverstanden. > mehr erfahren
Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Last Minute Plakate

Sicherungsschein: Auch bei Last Minute?

28.11.2016

Rechtsfrage des Tages:

Wir wollen über Weihnachten spontan in den Urlaub fliegen. Dafür werden wir eine Last-Minute-Reise buchen. Gibt es bei solchen Reisen eigentlich auch einen Sicherungsschein?

Antwort:

Der Sicherungsschein ist neben Ihrer Buchungsbestätigung und dem Flugticket eines Ihrer wichtigsten Reisedokumente. Selbst wenn Sie mit Ihrer Pauschalreise ein Schnäppchen gemacht haben. Meist müssen Sie trotzdem einen ordentlichen Betrag an den Reiseveranstalter zahlen. Geht dieser dann vor oder während Ihrer Reise Pleite, hätten Sie ein Problem. Nicht nur Ihr geplanter Urlaub würde ins Wasser fallen. Auch vom Reisepreis müssten Sie sich voraussichtlich verabschieden. Seit 1994 regelt in Deutschland daher ein Gesetz die Absicherung von Reisekunden gegen eine Insolvenz des Veranstalters.

Nach § 651 k Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) muss der Reiseveranstalter Reisende durch eine Versicherung oder ein Zahlungsversprechen eines speziellen Kreditinstituts vor der eigenen Zahlungsunfähigkeit oder einer Insolvenzeröffnung absichern. Als Nachweis erhalten Sie von Ihrem Reiseveranstalter einen sogenannten Sicherungsschein. Diesen bekommen Sie direkt mit der Buchungsbestätigung oder spätestens mit den Reisedokumenten.

Grundsätzlich sollten Sie vor Erhalt des Sicherungsscheins auch nicht mehr als nur eine Anzahlung leisten. Dies gilt insbesondere, wenn Sie Ihre Reise im Internet buchen. Zahlen Sie bei einer Online-Buchung den gesamten Reisepreis gleich per Kreditkarte ohne den Sicherungsschein in Händen zu halten, kann im schlimmsten Fall das Geld weg sein.

Wird der Reiseveranstalter zahlungsunfähig, übernimmt die Versicherung bereits gezahlte Reiseleistungen. Dies kann die Anzahlung, aber auch der volle Reisepreis sein. Erfahren Sie am Hotelpool von der Insolvenz Ihres Reiseunternehmens? Die Versicherung ersetzt Ihnen die Aufwendungen für eine selbst organisierente Heimreise, wenn Sie gestrandet sind. Welche Kosten das genau sind, können Sie bei der Versicherungsgesellschaft erfragen. Diese finden Sie auf Ihrem Sicherungsschein. Wie Sie sehen, ist der Sicherungsschein ein wichtiges Reisedokument, das Sie auch unbedingt mit in den Urlaub nehmen sollten. So finden Sie im Fall der Fälle schnell den richtigen Ansprechpartner.

Permalink

Ähnliche Beiträge:

verkorkster Urlaub

Ersatz für verkorksten Urlaub

25.07.2019

Rechtsfrage des Tages

Wird der Urlaub zum Horrortrip, können Pauschalreisende eine Minderung geltend machen. Was ist aber mit der vertanen Urlaubszeit? Hier erfahren Sie, ob Sie dafür einen Schadensersatz verlangen können.

Frau blickt auf Kreuzfahrtschiff

Kreuzfahrt: automatische Trinkgeldpauschale ungültig

23.07.2019

Aktuelle Urteile

Bei einer Kreuzfahrt darf der Reiseveranstalter keine „Trinkgeldempfehlung“ in den Vertrag aufnehmen. Eine solche Regelung sieht vor, dass jeden Tag eine feste Servicepauschale vom Bordkonto des Reisenden abgebucht wird, solange dieser nicht widerspricht. Derartige Vertragsklauseln sind unwirksam. Dies hat das Oberlandesgericht Koblenz entschieden.

Kreuzfahrt2

Seenot: Schadenersatz wegen Todesangst

21.05.2019

Aktuelle Urteile

Kommt es am letzten Tag einer Pauschalreise zu einem Vorfall, bei dem ein Reisender Todesängste erleidet, ist unter Umständen die gesamte Reise als wertlos anzusehen. Dann muss der Reiseveranstalter den Reisepreis zurückerstatten. Dies hat das Landgericht Köln entschieden.

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei