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Weihnachtsgeld

Weihnachtsgeld für die Gläubiger

24.11.2016

Rechtsfrage des Tages:

Im Dezember bekommen wir Weihnachtsgeld. Leider habe ich in diesem Jahr einen Prozess verloren. Da ich nicht zahlen konnte, hat mein Gläubiger einen Teil meines Einkommens gepfändet.  Kann das Weihnachtsgeld auch gepfändet werden? Oder ist dieses besonders geschützt?

Antwort:

Zahlt der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern ein Weihnachtsgeld oder 13. Monatsgehalt, versüßt dies die Vorweihnachtszeit. Und so können sich viele Angestellte über eine dickere Lohntüte freuen. Allerdings kann nicht jeder das zusätzliche Geld in Geschenke und Weihnachtsmarktbummel investieren. Weihnachtsgeld ist nämlich grundsätzlich pfändbar.

Ein kleiner Trost: Nicht Ihr gesamtes Weihnachtsgeld muss an Ihre Gläubiger gehen. Ein Teil der zusätzlichen Vergütung ist nämlich unpfändbar. Bis zur Hälfte Ihres monatlichen Einkommen darf das Weihnachtsgeld nicht gepfändet werden. Allerdings ist dieser Betrag nach oben hin auf maximal 500 Euro begrenzt. Geregelt ist dies in § 850a Nr. 4 Zivilprozessordnung (ZPO).

Ein Beispiel? Sie bekommen beispielsweise 2.000 Euro monatlich Brutto. Als Weihnachtsgeld zahlt Ihnen Ihr Chef weitere 1.000 Euro. Bis zur Hälfte Ihres Arbeitseinkommens ist das Weihnachtsgeld unpfändbar. Da bei Ihnen der Betrag aber über dem Höchstbetrag von 500 Euro liegt, reduziert sich der unpfändbare Teil auf diesen Betrag. Auf dieses Geld kann Ihr Gläubiger nicht zugreifen.

Bei der Frage der Pfändbarkeit des übriggebliebenen Einkommens inklusive Weihnachtsgeld, kommt es auf die Pfändungsfreigrenzen an. Diese finden Sie in § 850c ZPO. Als letzter Trost bleibt, dass das Geld ja trotz allem nicht einfach verschwunden ist. Es verringert zumindest Ihre Schulden. Insofern kann die Pfändung eines Teils des Weihnachtsgeldes zumindest dazu führen, dass Sie schneller schuldenfrei werden und die Lohnpfändung ein Ende hat.

Auf eins müssen Sie noch achten. Landet Ihr Einkommen samt Weihnachtsgeld auf Ihrem Girokonto, kann durch eine Kontopfändung auch der Rest des Weihnachtsgeldes futsch sein. Besser ist da für Sie ein P-Konto. Aber Achtung! Passen Sie auf, dass durch den zusätzlichen Geldregen nicht die Freibeträge überschritten werden. Dann würde nämlich der Schutz des P-Kontos wegfallen und das gesamte Geld könnte gepfändet werden. Um dies zu verhindern, können Sie beim Vollstreckungsgericht eine Erhöhung der Freibeträge beantragen. Sie ist bis zur Hälfte Ihres Arbeitseinkommens, wiederum aber begrenzt auf maximal 500 Euro möglich.

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Tags: Lohn Bank

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