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Nebelschlussleuchte

Wenn weiße Nebel wallen

2.11.2016

Rechtsfrage des Tages:

Heute Morgen war es etwas nebelig. Das Auto vor mir fuhr mit Nebelschlussleuchte, die mich geblendet hat. Meiner Meinung nach, wäre sie nicht nötig gewesen. Wann muss ich eigentlich die Nebelscheinwerfer einschalten?

Antwort:

In der Herbstzeit müssen Sie auch auf den Straßen verstärkt mit Nebel rechnen. Insbesondere in den Morgenstunden kann die Fahrt zur Arbeit leicht zum Blindflug werden. Umgekehrt stören leichtfertig eingeschaltete Nebelschlussleuchten die nachfolgenden Autofahrer. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) gibt Ihnen aber recht klare Handlungsanweisungen.

Quasi als Grundregel müssen Sie daran denken, bei schlechten Lichtverhältnissen mit Abblendlicht zu fahren. Das Tagfahrlicht an Ihrem Auto reicht nicht aus (Paragraf 17 Absatz 3 StVO). Kommt es selbst in der Mittagszeit zu dichtem Regenfall, müssen Sie also auf das Abblendlicht wechseln. Sonst drohen ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt im Fahreignungsregister. Ist die Sicht darüber hinaus stark beeinträchtigt, dürfen Sie auch die Nebelscheinwerfer nutzen. Schalten Sie diese hingegen bei nur leichtem Nieselregen ein, droht wiederum ein Bußgeld. Schließlich dürfen Sie andere Verkehrsteilnehmer nicht blenden. Diese Regeln gelten sowohl für Regen und Schnee als auch für Nebel.

Die rückwärtige Nebelschlussleuchte ist hingegen nur für Nebel vorgesehen. Viele Autofahrer wissen dies nicht und schalten Sie auch bei starkem Regen ein. Das ist nicht zulässig. Liegt die Sicht allerdings aufgrund von Nebelschwaden unter 50 Metern, dürfen Sie die Nebelschlussleuchte einschalten. Hierfür können Sie sich an den Leitpfosten am Straßenrand orientieren. Diese sind in einem Abstand von 50 Metern aufgestellt. Aber Achtung! In engen Kurven kann der Abstand auch geringer sein. Ist Ihr Vordermann im Abstand von über 200 Metern noch gut zu sehen, sollten Sie die Nebelschlussleuchte ausgeschaltet lassen. Als Bußgeld drohen sonst 20 Euro.

Übrigens: In Österreich sind die Leitpfosten in einem Abstand von 33 Metern aufgestellt. In Gebieten mit viel Nebel finden Sie bei unseren Nachbarn an der Straße sogenannte "Nebelpunkte". Diese helfen Ihnen, die Sichtverhältnisse besser einschätzen zu können. Sowohl in Österreich als auch in Deutschland gilt: Passen Sie Ihre Geschwindigkeit unbedingt den Sichtverhältnissen an. Das drohende Bußgeld dürfte das geringste Argument sein. Vielmehr geht es um Ihr Leben und das anderer Verkehrsteilnehmer.

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Tags: Bußgeld

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