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streitende Frauen

Ärger nach dem Fest: Geschenke zurückfordern?

28.12.2016

Rechtsfrage des Tages:

Meiner besten Freundin habe ich zu Weihnachten eine silberne Kette geschenkt. Jetzt haben wir uns zerstritten. Kann ich das Geschenk von ihr zurückfordern? Schließlich war es ein Freundschaftsgeschenk.

Antwort:

Sicherlich kennen Sie die Redewendung ""Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen." Dabei handelt es sich nicht nur um eine Volksweisheit, sondern um weitestgehend juristische Realität. Das Gesetz kennt allerdings auch Ausnahmen, wann ein Geschenkt tatsächlich zurückgefordert werden kann.

Auch wenn es merkwürdig klingen mag: Eine Schenkung ist ein rechtsverbindlicher Vertrag. Im Unterschied zum Kaufvertrag muss der Beschenkte zwar nichts dafür bezahlen. Für einen wirksamen Schenkungsvertrag müssen sich aber beide Parteien einig sein. Niemand kann gegen seinen Willen beschenkt werden. Nach dem Gesetz ist sogar vorgesehen, dass ein Schenkungsvertrag einer notariellen Beurkundung für seine Wirksamkeit bedarf.

Allerdings wird in der Praxis gerade für kleinere Geschenke natürlich kein Notar bemüht. Solche Schenkungen sind aber trotzdem wirksam als sogenannte Handschenkungen. Wird nämlich das Geschenk an den Beschenken übergeben, wird dieser der neue Eigentümer. Einer notariellen Beurkundung bedarf es in der Regeln nicht mehr, außer beispielsweise bei der Übertragung von Immobilien.

Da Sie Ihrer Freundin die Kette zu Weihnachten geschenkt haben und sie das Geschenk auch angenommen hat, ist sie neue Eigentümerin geworden. Entsprechend dürfen Sie ihr die Kette auch nicht einfach wieder wegnehmen. Eine Schenkung können Sie nur in den gesetzlich benannten Fällen rückgängig machen. Wurde die Schenkung beispielsweise mit einer Auflage verbunden, muss der Beschenkte es gegebenenfalls zurückgeben, sofern er die Auflage nicht erfüllt. Auch wenn der Schenker verarmt, kann das Geschenk vom Beschenkten unter bestimmten Voraussetzungen herausverlangt werden. Beides wird bei Ihnen wohl eher nicht zutreffen.

Eine weitere Möglichkeit ist der grobe Undank. Sie können eine Schenkung widerrufen, wenn der Beschenkte sich eine Verfehlung zu Ihren Lasten erlaubt. Allerdings ist diese Regelung für schweres Fehlverhalten wie Bedrohung oder Misshandlung vorbehalten. Ein Streit unter Freundinnen oder auch eine einfache Beleidigung rechtfertigt nicht, das Geschenk wegen groben Undanks herauszuverlangen. Besser Sie vertragen sich mit Ihrer Freundin wieder. Oder akzeptieren, dass diese die Kette trotz Ihrer zerbrochenen Freundschaft behalten darf.

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