Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Urlaubsabgeltung

Resturlaub: Geld statt freier Tage?

9.12.2016

Rechtsfrage des Tages:

Ich habe dieses Jahr meinen Urlaub nicht verbraucht. Mir stehen noch sechs Urlaubstage zu. Muss ich den Urlaub jetzt noch nehmen? Oder kann ich mir den Urlaub auch auszahlen lassen?

Antwort:

Eigentlich gehen die meisten Arbeitnehmer davon aus, grundsätzlich zu wenig Urlaubstage zu haben. In der Praxis kommt es allerdings häufig vor, dass sie ihren Jahresurlaub in einem Kalenderjahr gar nicht voll ausschöpfen. Dies kann betriebliche oder private Gründe haben. Im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) finden Sie tatsächlich eine Regelung, nach der Sie sich Ihren Urlaub versilbern lassen können (§ 7 BUrlG).

Sie haben aber keinen grundsätzlichen Anspruch darauf, nach freier Wahl Urlaub oder Geld zu nehmen. Die gesetzliche Festlegung eines Mindesturlaubs hat durchaus seinen Sinn. Schließlich soll der Arbeitnehmer in dieser Zeit Kraft schöpfen und sich erholen. Nur so kann er während der Arbeitszeit leistungsfähig bleiben. Daher gilt nach dem BUrlG auch der Grundsatz, dass der Urlaub genommen werden muss. Eine Abgeltung ist nur möglich, wenn das Arbeitsverhältnis bald endet und Sie die freien Tage nicht mehr aufbrauchen können. Beispielsweise weil Ihr Arbeitgeber Sie noch für die Übergabe an einen Nachfolger oder die Erledigung wichtiger Projekte braucht. In diesem Ausnahmefall ist eine finanzielle Abgeltung von Urlaubstagen möglich.

Nehmen Sie Ihren Resturlaub in diesem Jahr nicht mehr, verfällt er zum 31.12.2016. Allerdings kennt das Gesetz eine Möglichkeit, wie Sie auf Ihre Urlaubstage vielleicht doch nicht verzichten müssen. Nach § 7 Absatz 3 BUrlG kann der Urlaub unter gewissen Umständen auch in das nächste Jahr übertragen werden. Voraussetzung ist, dass es Ihnen aus betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht möglich war, den Urlaub im Kalenderjahr aufzubrauchen. Konnten Sie beispielsweise aufgrund eines großen Auftrages keinen Urlaub nehmen, liegt ein solcher betrieblicher Grund vor. Ein Grund in Ihrer Person kann eine Erkrankung sein, die Ihren Urlaub verhindert hat.

Im letzten Fall müssen Sie aber aufpassen. Waren Sie irgendwann im Jahr 2016 einmal krank, rechtfertigt dies keine automatische Übertragung des Resturlaubs auf das Folgejahr. Vielmehr muss die Krankheit tatsächlich dazu geführt haben, dass Sie den Urlaub nicht vollständig nehmen konnten. Die gesetzliche Regelung sieht weiter vor, dass der Urlaub im Folgejahr innerhalb der ersten drei Monate genommen werden muss. Sie haben also in begründeten Fällen bis zum 31.03. Zeit, den Urlaub aus dem Vorjahr noch zu nehmen. Neben den gesetzlichen Gründen einer Übertragung kann sich Ihr Anspruch darauf auch aus einer betrieblichen Übung, aus einem Tarifvertrag oder sogar dem Arbeitsvertrag ergeben.

Permalink

Tags: Urlaub

Ähnliche Beiträge:

Mann mit Einkaufstüten

Gefälschter Luxus aus dem Urlaub

21.08.2018

Rechtsfrage des Tages

Beliebte Urlaubsmitbringsel sind mehr oder weniger gut gemachte Plagiate von Luxusartikeln. Aber können Sie mit ruhigem Gewissen den Zoll passieren, wenn Sie eine nicht ganz echte Designer-Handtasche im Koffer versteckt haben? Hier erfahren Sie mehr.

Schlafender Mann

Nutzlos aufgewendete Urlaubszeit

2.08.2018

Minderung, Schadensersatz und Erstattung

Schadensersatz: Nutzlos aufgewendete Urlaubszeit... oder Heimweh nach Balkonien. Welche Bedingungen für einen Anspruch auf Schadensersatz erfüllt werden müssen.

tiere aus dem Urlaub

Tiere als Urlaubsmitbringsel

20.07.2018

Dokumente und Bestimmungen

Gemeint ist natürlich in einen Hund oder eine Katze, die Sie nun gerne mit nach Hause nehmen möchten. Doch ist das so einfach möglich? Wie bringt man den neuen vierbeinigen Freund nach Deutschland?

D.A.S. Leistungsservice

D.A.S. Leistungsservice

Immer eine gute Idee, wenn Sie in Sachen Recht nicht weiterwissen: Rufen Sie an! Der D.A.S. Leistungsservice steht Ihnen als Rechtsschutz-Kunden gern unter der gebührenfreien Direktwahl 0800 3273271 zur Verfügung!

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei