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Paketdienst

Wenn das Paket beim Nachbarn landet

8.12.2017

Rechtsfrage des Tages:

In der Vorweihnachtszeit haben Paketboten viel zu tun. Unzählige Weihnachtspäckchen und bestellte Geschenke müssen ausgeliefert werden. Ist der Empfänger nicht zu Hause, landen Pakete regelmäßig bei einem Nachbarn. Ist das eigentlich zulässig?

Antwort:

Nachbarschaftshilfe steht hoch im Kurs. Trotzdem möchten Sie vielleicht nicht, dass Ihre Weihnachtspakete regelmäßig einen Stock tiefer abgegeben werden. Versandunternehmen sind allerdings in vielen Fällen tatsächlich berechtigt, das Paket beim Nachbarn abzugeben. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der meisten Versandunternehmen werden Sie eine solche Klausel entdecken.

Was freilich unter dem Begriff "Nachbar" zu verstehen ist, ist Auslegungssache. Ihr Päckchen kann durchaus auch im Laden um die Ecke landen. Ärgerlich wird es besonders dann, wenn das Paket verschwunden oder beschädigt ist. Ihr Nachbar haftet nur, wenn Sie ihm einen besonders nachlässigen Umgang mit Ihrer Lieferung nachweisen können. Dies kann der Fall sein, wenn er das Paket einfach vor Ihre Haustür stellt und es dann gestohlen wird.

Geht Ihre Sendung unterwegs verloren, können Sie sich an den Händler wenden. Dieser trägt das Versandrisiko. Möchten Sie eine Auslieferung beim Nachbarn vermeiden, sollten Sie dies gleich bei Vertragsschluss mit dem Verkäufer abstimmen. Dieser kann nämlich beim Versandunternehmen einer Ersatzzustellung bei Nachbarn widersprechen. Meist werden Sie für diesen Service aber extra bezahlen müssen. Bei besonders wertvollen Lieferungen bietet sich diese Variante trotzdem an.

Werden Sie gebeten, ein Päckchen für den Nachbarn anzunehmen, dürfen Sie die Entgegennahme verweigern. Nehmen Sie den Karton an, müssen Sie sorgsam damit umgehen. Sie müssen die gleiche Sorgfalt an den Tag legen, die Sie für eine eigene Lieferung aufwenden würden. Kennen Sie Ihren Nachbarn nicht, lassen Sie sich bei der Abholung durch ihn ruhig den Ausweis zeigen.

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