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Friseur

Wenn die Haare grün werden

22.12.2016

Rechtsfrage des Tages:

Ich wollte mir gestern beim Friseur die Haare blondieren lassen. Leider ist das gründlich schief gegangen. Erst waren die Haare grün und jetzt sind sie völlig strohig. Ich bin sehr unglücklich. Kann ich Schmerzensgeld vom Friseur verlangen?

Antwort:

Die meisten Friseure verstehen ihr Handwerk und verhelfen ihren Kunden zur Wunschhaarfarbe. Natürlich kann auch beim Friseurbesuch wie bei jedem anderen Handwerk immer mal etwas schiefgehen. Erstrahlen Ihre Haar im weihnachtlichen grün statt in platinblond, können Sie verschiedene Ansprüche gegenüber Ihrem Friseur haben.

Besprechen Sie mit Ihrem Friseur eine bestimmte Haarfarbe und geht dieser an die Arbeit, haben Sie in der Regel einen Werkvertrag abgeschlossen. Wird die Frisur nicht so wie Sie es wünschen, können Sie Gewährleistungsansprüche geltend machen. Voraussetzung ist aber, dass ein Mangel vorliegt. Hat Ihr Friseur technisch einwandfrei gearbeitet und finden Sie anschließend aber, dass blond Ihnen nicht steht, liegt kein Mangel vor. Ihr Friseur haftet nicht. Misslingt hingegen die Färbung, haben Sie einen Anspruch auf Nacherfüllung. Ihr Friseur muss sich bemühen, den grünen Schopf doch noch in eine blonde Mähne zu verwandeln.

Hat er Sie allerdings vor der Blondierung ordentlich aufgeklärt, müssen Sie auch für den zweiten Färbeakt zahlen. Ihren Friseur trifft eine Aufklärungspflicht. Erkennt er, dass Ihr Haar für eine Coloration zu beansprucht ist, muss er Sie darauf hinweisen. Gehen Sie dann das Risiko bewusst ein, haftet Ihr Friseur nicht. Fehlt hingegen der Risikohinweis und es kommt nach der Haarbehandlung zum Schlimmsten, kann dies wiederum einen Anspruch auf Schadensersatz und vielleicht sogar Schmerzensgeld auslösen.

Ein Schmerzensgeld steht Ihnen aber nur in extremen Fällen zu. Sicherlich ist es für Sie belastend, wenn Ihre Haar nach dem Friseurbesuch nicht den ersehnten Glanz aufweisen. Es muss aber zu einer nachweisbaren psychischen Belastung kommen. Lassen sich Ihre Haare mit Kurbehandlungen und einer neuen Tönung wieder ordentlich machen, wird der bloße Unmut für ein Schmerzensgeld nicht ausreichen. Kommt es hingegen zu nachhaltigen oder sogar dauernden Entstellungen, können die psychischen Folgen zu einem Schmerzensgeldanspruch führen. Es kommt wie so oft auf den Einzelfall an.

Bevor Sie vielleicht sogar gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen, können Sie sich an die Friseurinnung mit der Bitte um Vermittlung wenden. Das wichtigste für Sie ist grundsätzlich die Beweissicherung. Sind Sie der Ansicht, Ihr Friseur habe gepfuscht? Machen Sie Fotos des missglückten Werks. Und gegebenenfalls sollten Sie sogar ein Gutachten anfertigen lassen, das den Zustand Ihrer Haare dokumentiert. Das Wichtigste: Reklamieren Sie die Arbeit schnellst möglich.

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