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Pappbecher

Kaffee "to go" im eigenen Becher?

10.02.2017

Rechtsfrage des Tages:

Jeden Morgen hole ich mir beim Bäcker einen Becher Kaffee für den Weg. Wegen der Pappbecher habe ich aber immer ein schlechtes Gewissen. Kann ich mir den Kaffee auch in einen eigenen Thermobecher füllen lassen?

Antwort:

Nicht nur bei winterlichen Temperaturen ist der Kaffee für unterwegs ein Verkaufsschlager. Aus Bäckereien sind die Becher für den Weg genauso wenig weg zu denken, wie die Verkaufsketten für Kaffee-Spezialitäten aus den Innenstädten. Tatsächlich stellen die Papp- oder Kunststoffbecher aber ein großes Müllproblem dar. Als Serviceverpackung gehören sie eigentlich in den gelben Sack. Da das Heißgetränk aber meisten bereits unterwegs geleert wird, wandert der Becher in die öffentlichen Abfalleimer. Sie landen dann in der Müllverbrennung, statt im Recycling. Letzteres ist bei Pappbechern aufgrund der speziellen Beschichtung ohnehin schwierig.

Sinnvoll ist es da, seinen eigenen Becher mitzubringen und auffüllen zu lassen. Zu Hause sauber gespült, kann er immer wieder verwendet werden. Doch haben Sie ein Recht darauf, Ihren eigenen Becher befüllen zu lassen? Ein weit verbreiteter Rechtsirrtum ist, dass hygienerechtliche Gesetze den Verkauf von Getränken in Gefäßen des Kunden verbieten würden. Allerdings schreibt die Lebensmittel-Hygieneverordnung vor, dass Lebensmittel nur so in den Verkehr gebracht werden dürfen, dass sie bei sorgfältiger Handhabung nicht der Gefahr einer nachteiligen Beeinträchtigung ausgesetzt sind.

Bei selbst mitgebrachte Verpackungen besteht immer das Risiko, dass sich daran Verunreinigungen oder Bakterien befinden. Diese können bei Kontakt mit den Lebensmitteln zu Verunreinigungen führen. Wird der Kaffee aus einem Automaten gezapft, können Verkäufer dies bei einer sorgfältigen Handhabung weitestgehend vermeiden. Für Verkäufer an einer Wursttheke wäre dies ungleich schwieriger.

Letztlich ist es die Entscheidung des Ladenbesitzers, wie er mit den Getränken für unterwegs verfährt. Wie auch in anderen Bereichen gibt es keinen Kontrahierungszwang. Dies bedeutet, dass der Verkäufer selbst entscheiden kann, wie und an wen er seine Ware verkaufen möchte. Daher müssen Sie ein "Nein" zu Ihrem Thermobecher akzeptieren. Tatsächlich besteht für Verkäufer von Lebensmitteln aber ein gewisses Haftungsrisiko.

Werden Sie aufgrund einer Verunreinigung krank, können Sie den Kaffee-Verkäufer unter Umständen in die Haftung nehmen. Aus diesem Grund lehnen viele Unternehmer nach wie vor das Abfüllen in mitgebrachte Becher ab. Umgekehrt bekommen Sie mittlerweile in vielen auch namenhaften Verkaufsstellen Kaffee anstandslos in Thermobecher gefüllt. Andere Verkäufer bieten ein Pfandsystem für Mehrwegbecher an, um zumindest die Müllmengen zu reduzieren. Eine Nachfrage bei Ihrem Lieblingsbäcker lohnt sich auf jeden Fall. Vielleicht freut sich dieser, dass er neben dem Umweltschutz auch Kosten für die Einweg-Becher sparen kann.

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