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Tigerkostüm

Kostümzwang am Arbeitsplatz

27.02.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich betreibe ein Geschäft für Tiernahrung. Heute sollten eigentlich alle meine Angestellten im Laden eine Tiermaske tragen. Schließlich ist Rosenmontag. Ein Angestellter weigert sich aber, die Katzenmaske anzulegen. Kann ich ihn zwingen?

Antwort:

Kostüme bei der Arbeit sind während der fünften Jahreszeit ein heiß diskutiertes Thema. Die einen möchten sich verkleiden und dürfen nicht. Andere sollen ein Kostüm tragen und sind eigentlich Faschingsmuffel. Grundsätzlich steht Ihnen als Arbeitgeber ein Direktionsrecht zu. Dieses beinhaltet auch das Thema Bekleidung. Sie können Ihren Angestellten in einem gewissen Rahmen vorschreiben, was sie bei der Arbeit tragen sollen. Insbesondere bei Kundenkontakt ist das Interesse des Arbeitgebers an einem einheitlichen Auftritt nachvollziehbar.

Ihr Direktionsrecht findet aber dort seine Grenzen, wo die Interessen Ihres Arbeitnehmers gegenüber Ihren betrieblichen Interessen überwiegen. Die Anordnung einer Kostümierung ist eine Grauzone, bei der es besonders auf den Einzelfall ankommt. Liegt Ihr Geschäft in der Kölner Altstadt? Dann werden Sie von Ihren Angestellten eher eine Kostümierung verlangen können, als wenn diese in einer "faschingsfreien Zone" arbeiten.

Eine Abmahnung können Sie Ihren Arbeitnehmer wirksam nur aussprechen, wenn seine Weigerung eine Pflichtverletzung darstellt. Sie müssen Ihr betriebliches Interesse mit den Interessen Ihres Angestellten aus dessen allgemeinem Persönlichkeitsrecht abwägen. Nur wenn Ihre Interessen überwiegen, hat Ihr Arbeitnehmer pflichtwidrig gegen Ihr Direktionsrecht verstoßen.

Lehnt Ihr Angestellter die Maske beispielsweise ab, weil sie drückt und weh tut, werden Sie ihn nicht zwingen können. Hat er Angst sich lächerlich zu machen, kommt es wieder auf die äußeren Umstände an. Wird in Ihrer Stadt Fasching nur in der Grundschule gefeiert, können die Einwendungen des Arbeitnehmers berechtigt sein. In den Karnevalshochburgen können Sie je nach Branche von Ihren Mitarbeitern durchaus verlangen, sich zu Karneval zu verkleiden. Sie sollten aber überlegen, ob sich in diesem Fall tatsächlich eine Auseinandersetzung über eine Abmahnung lohnt. Lässt Ihr Arbeitnehmer diese gerichtlich überprüfen, kann die Entscheidung des Gerichts kaum vorhergesagt werden.

Vielleicht finden Sie ja auch gemeinsam einen Kompromiss. Statt einer Vollmaske könnte Ihr Mitarbeiter beispielsweise lustige Katzenohren tragen oder sich Schnurrhaare ins Gesicht malen. So können Sie gemeinsam fröhlich am Rosenmontag arbeiten, ohne dass es ein Nachspiel beim Arbeitsgericht geben muss.

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