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Kunden richtig in Verzug setzen

13.02.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich betreibe ein Dienstleistungsunternehmen. Leider kommt es immer wieder vor, dass Kunden meine Rechnungen nicht oder erst sehr spät bezahlen. Ab wann kann ich Zinsen auf den Rechnungsbetrag fordern?

Antwort:

Sie haben eine Dienstleistung erbracht und eine Rechnung versandt. Damit ist der Rechnungsbetrag in aller Regel fällig. Doch zahlt der Kunde nicht, ist er nicht automatisch in Verzug. Dafür müssen Sie bei der Erstellung Ihrer Rechnung ein paar Dinge beachten. Denn erst ab Eintritt des Verzuges ist Ihr Kunde verpflichtet, Ihnen beispielsweise Verzugszinsen zu zahlen.

Eine gesetzliche Regelung sieht vor, dass der Verbraucher spätestens 30 Tage nach Zugang der Rechnung in Verzug gerät. Damit diese Wirkung eintritt, müssen Sie Ihren Kunden aber ausdrückliche auf die Folgen einer verspäteten Zahlung hinweisen. Den Hinweis sollten Sie auf der Rechnung aufnehmen. Gesetzlich ist nicht festgelegt, wie dieser Hinweis aussehen muss. Sie sollten aber mindestens darauf aufmerksam machen, dass der Zahlungsverzug automatisch nach Ablauf von 30 Tagen ab Zugang der Rechnung ohne Mahnung eintritt. Auch müssen Sie mitteilen, dass der Kunde sodann den Schaden aufgrund des Verzugs zu tragen hat. Zu nennen wären Verzugszinsen und mögliche Rechtsverfolgungskosten.

Ist Ihr Kunde hingegen eine Geschäftsperson, ein Unternehmen oder ein Selbständiger, können Sie auf den Hinweis verzichten. Häufig können Sie nicht genau bestimmen, wann die Rechnung zugegangen ist. Dann tritt bei diesem Kundenkreis Verzug ein, wenn 30 Tage nach Fälligkeit und Empfang der Leistung nicht gezahlt wurde.

30 Tage sind natürlich eine lange Zeit. Vielleicht müssen Sie selbst Lieferanten bezahlen oder beschäftigen Mitarbeiter, die ihren Lohn haben wollen. Daher haben Sie auch die Möglichkeit, den Zahlungstermin früher zu wählen. Wichtig ist dabei, dass Sie ein genaues Datum für die Zahlung bestimmen. "Zahlbar binnen 14 Tage" reicht meist für den Eintritt des Verzuges nicht aus. Schließlich können Sie nicht genau sagen, wann die Rechnung beim Kunden zugegangen ist. Sie sollten ab dem Tag der Rechnungserstellung zum Beispiel 14 Tage Zahlungsziel gewähren und den Tag nach dem Kalender bestimmen. Zahlt der Kunde nicht, tritt Verzug nach Ablauf dieses Datums ein.

Der Verzugszins beträgt übrigens 5%-Punkte über dem Basiszinssatz bei Verbrauchern. Unternehmern können Sie Verzugszinsen in Höhe von 8%-Punkten über dem Basiszinssatz in Rechnung stellen. Wie hoch der Basiszinssatz jeweils liegt, erfahren Sie beispielsweise bei der Bundesbank. Müssen Sie einen Rechtsanwalt zur Beitreibung Ihrer Forderung beauftragen, können Sie dem säumigen Kunden auch die Rechtsverfolgungskosten als Verzugsschaden auferlegen.

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